Alice Merton ist 23 Jahre alt, ist schon mehr als zehn mal umgezogen und hat in vier verschiedenen Ländern gelebt. Zurzeit wohnt und arbeitet die Kanadierin in Berlin. Kein Wunder also, dass sie davon singt, keine Wurzeln zu haben: "No Roots".

In den USA hat sie gelebt, in Kanada, in England und in Deutschland. Vor allem der Sprung nach Deutschland war anstrengend und schwierig für Alice Merton: Die Sprache hat sie am Anfang erst einmal fertiggemacht. Deutsch ist schwierig. "Als wir nach München gezogen sind, war es schwer für mich, Freunde zu finden", erzählt Alice. Es hat eine Weile gedauert, bis sie selbst offener geworden ist und mehr auf die Leute zugegangen ist.

Und wenn sie dann in einer Stadt angekommen war, ist sie auch schon wieder zu neuen Ufern aufgebrochen.

Aus diesen Erfahrungen ist Alice Mertons Song "No Roots" entstanden. Innerhalb weniger Wochen ist die Nummer zu einem Hit geworden, wird bei Spotify rauf und runter gespielt und wurde schon mehr als 1,8 Millionen mal angehört. Es ist ein sehr autobiografisches Lied: Alice singt über Löcher, die sie gräbt und die Dinge, die sie darin versteckt. Das ist nicht nur eine Zeile im Song, das tut sie wirklich.

"I like digging holes and hiding things inside them. When I'll grow old I hope I won't forget to find them"
Songzeile aus "No Roots" von Alice Merton

Es muss aber nicht immer ein Loch sein. "Überall wo ich gewohnt habe, schreibe ich meinen Namen dorthin, wo es keiner sehen kann", erklärt die Sängerin. "Ich hoffe, dass ich nicht vergessen werde, dahin zurückzukommen und zu wissen, dass ich da schon mal war." Wo sie war, will sie eine kleine Marke von sich hinterlassen.

"Heimat ist bei den Menschen, die ich liebe."
Alice Merton

Irgendwann will sie ankommen, an einem Ort, der ihrer bleiben soll. Sie will unbedingt Wurzeln schlagen - auch wenn ihr das möglicherweise irgendwann zu langweilig werden könnte. Eine Option dafür hat sie auch schon herausgepickt: München.