Ein Versuch in Schweden hat ergeben: zwei Stunden weniger arbeiten am Tag und wir alle sind glücklicher und produktiver.

Eigentlich klingt das ziemlich stressig: Bei einem 6-Stunden-Tag haben wir zwei Stunden weniger Zeit all die Aufgaben zu erledigen, die anfallen. Auf der anderen Seite: zwei Stunden früher Feierabend könnten einen ja auch motivieren, ein bisschen das Arbeitstempo zu erhöhen. In Schweden versuchen sich gerade immer mehr Unternehmen an diesem Modell. In Göteborg beteiligen sich vor allem Ärzte und Krankenschwestern und Mechaniker im Schichtdienst.

Ärzte berichten, durch den Sechs-Stunden-Tag sogar mehr Zeit für ihre Patienten zu haben. Klingt seltsam, aber weil sie in der Zeit, die sie haben, effektiver und mit mehr Energie arbeiten, schaffen sie auch mehr. Außerdem nimmt die Zahl der Arbeitnehmer mit Burnout und Depressionen ab, es gibt also weniger Ausfälle.

Weniger Stunden, gleiches Geld

Das Modell ist allerdings keine Sparmaßnahme für Unternehmen, denn auch wenn sich die Stundenzahl reduziert, bleibt das Gehalt gleich. Und das sei auch besonders wichtig, sagt Zeitforscher Ulrich Mückenberger:

"Wer nur über Geld verfügt, aber keine Zeit hat, ist so schlecht dran, wie wer nur über Zeit verfügt, aber kein Geld hat."
Ulrich Mückenberger, Professor für Zeitforscher von der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik

Für die Unternehmer ist das trotzdem kein Minusgeschäft. Denn zufriedenere Mitarbeiter bringen einfach auch bessere Leistung. Und das trägt natürlich zur Qualität eines Produktes bei. Im Falle von Ärzten und Krankenschwestern heißt das außerdem, dass sie weniger Fehler machen. In dem Fall trägt das vor allem zur Gesundheit der Patienten bei.