Ein Lehrer in Wien benotet seine Schüler nach dem Punktesystem aus World of Warcraft. Eine Eins gibt es bei 1500 XP. Gerade für schlechte Schüler sehr motivierend.

World of Warcraft gilt für viele Kritiker von Computerspielen als Synonym für Internetsucht. Christian Haschek ist Lehrer in Wien, spielt selbst World of Warcraft und hat sich bei der Benotung seiner Schüler von dem erfolgreichen Computerspiel inspirieren lassen. Natürlich mit dem Einverständnis des Schulministeriums.

Einmal Hand heben kann 10 XPs bringen

Zu Beginn des Schuljahres stehen alle Schüler auf der schlechtesten Note. Durch mündliche Mitarbeit, Referate und Hausaufgaben sammeln die Schüler Erfahrungspunkte. Sogenannte XPs. Für eine Eins braucht man bei Christian Haschek 1500 XPs und je nach Qualität einer Wortmeldung, lässt Christian Haschek fünf bis zehn XPs springen, für einen guten Test 50.

Transparente Benotung im Netz

Haben die Schüler eine bestimmte Punktezahl erreicht, steigen sie wie im Computerspiel ein Level auf, sprich: Sie verbessern ihre Note. Das ganze Benotungssystem läuft sehr transparent ab. Auf einer Internetseite kann sich jeder Schüler mit seinen Zugangsdaten einloggen und einsehen, wann er wofür wie viele Punkte bekommen hat. Dargestellt im klassischen World of Warcraft XP-Balken.

"Es sind eher die schlechteren Schüler, die öfter nach ihrem Punktekonto schauen.“
Christian Haschek, Lehrer aus Wien

Besonders motivierend ist diese Form der Benotung vor allem für Schüler, die sich für gute Noten mehr anstrengen müssen als andere, hat Christian Haschek festgestellt. Aber die guten Schüler beteiligen sich weiter am Unterricht, auch wenn sie frühzeitig ihre Punkte für gute Noten eingeheimst haben, weil sie dann immer weniger Druck und dafür umso mehr Spaß an der Sache verspüren. Begeistert ist auch so mancher Lehrerkollege, denn an 227 Schulen wird die World-of-Warcraft-Benotung schon eingesetzt. Der Großteil davon kommt aus Deutschland.

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