Lassen Sie mich durch, ich bin Baumchirurg! Wenn der Baum zu fallen droht oder krank ist, kommen die Männer vom Baumdienst. Luke und Kevin Blackburn pflegen Bäume gesund. Dafür klettern sie auch mit schwerem Gerät in hohe Wipfel.

In keinem geringeren Wald als dem berüchtigten Sherwood-Forest hat Gary Blackburn sein Handwerk gelernt. Heute kümmert er sich im Siebengebirge mit 20 Mitarbeitern um die Pflege der Bäume. Darunter sind auch seine beiden Söhne Kevin und Luke Blackburn. Sie sind dort im Einsatz, wo man mit dem Kran nicht hinkommt. Sie schneiden zugewachsene Gebäude frei oder nehmen "Gefahrenfällungen" vor: Ist ein Baum nicht mehr zu retten und droht zu fallen, kümmern sie sich darum, dass dies kontrolliert geschieht.

Klettern mit Maschinen

Auch wenn sie "Baumchirurgen" heißen, fällt ihr Werkzeug etwas gröber als das Skalpell des Arztes: Mit der (Ketten-)säge steigen sie den Stamm hinauf, um die Bäume zu begutachten und Äste zuzuschneidern. Dabei klettern sie mit der eigenen Körperkraft - je nach Einsatzort mit einem Gurt gesichert und gehalten von Steigeisen, die sie in die Rinde haken. "Am Anfang war es schwer auf den Steigeisen", sagt Luke, der mittlerweile im zweiten Lehrjahr ist. "Man steht quasi nur auf zwei kleinen Nägeln".

Luke und Kevin Blackburn sind Baumchirurgen.
© DRadio Wissen
Luke und Kevin Blackburn zeigen DRadio-Wissen-Moderator Ralph Günther ihr typisches Arbeitsgerät. Sie konnten aber verhindern, dass er die Kettensäge im Sender ausprobiert.

Sein Bruder Kevin ist an gefährliche Klettertouren mehr als nur gewöhnt. Seit neun Jahren arbeitet er in dem Job und nimmt gerne an "Speed-Climbing"-Wettbewerben teil. Nur mit einer Halterung am Rücken muss man in dieser Disziplin 20 Meter den Baum hoch steigen, so schnell es geht. Kevin schafft das in knapp 20 Sekunden. Er weiß, wie wichtig Konzentration in seinem Job ist, und wie schnell es vorbei sein kann: "Man muss überall seine Augen haben, darf sich nicht nur auf eine Sache konzentrieren".

"Der Baum sagt einem schon sehr viel. Allein dadurch wie er gebaut ist."
Kevin Blackburn

Als Vater Blackburn vor 30 Jahren nach Deutschland kam, war sein Beruf noch ein Novum. Erst seit zehn Jahren ist Baumpfleger ein anerkannter Ausbildungsberuf. Er kombiniert Höhenarbeiten, die Arbeit mit schweren Maschinen mit biologischem Wissen. So müssen die Baumpfleger etwa Pilzfruchtkörper, die gut sind für die Bäume, von den schlechten unterscheiden. Gerade hat Luke im Rahmen seiner Ausbildung das Merrist Wood College in England besucht. Genau wie der Vater. Denn - na klar - der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.