Du bewirbst dich auf deinen Traumjob und das Bewerbungsgespräch wird zum absoluten Albtraum. Das heißt aber nicht, dass es das war: Nicht resignieren und einfach bei derselben Firma noch einmal bewerben.

Wenn wir nach dem Bewerbungsgespräch eine Absage bekommen, fühlt sich das an wie eine Niederlage. Eine Sichtweise, die auch Karriereberaterin Ute Bölke kennt. Sie rät ihren Klienten jedoch, Absagen nicht zu persönlich zu nehmen: Schließlich bedeutet allein die Einladung zum Gespräch, dass uns die Entscheider für qualifiziert halten.

"Viele Bewerber sagen: Ich fühle so etwas wie Scham oder Ablehnung und es ist mir peinlich, mich da noch mal vorzustellen."

Wichtig ist, dass wir uns nicht zu sehr in Selbstzweifel, Scham oder Selbstkritik hineinsteigern. Besser ist es, das schlechte Gefühl, das eine Ablehnung mit sich bringt, zu überwinden. Ein Anruf beim Unternehmen mit der Bitte um Feedback kann den Unterschied machen. Wenn wir wissen, woran es im Bewerbungsgespräch gehapert hat, können wir auch etwas dafür tun, dass es beim nächsten Mal besser klappt.

Die Chemie stimmt nicht? Das muss kein Hindernis sein

Manche Dinge kann man ändern, andere nicht. Wenn dem Personaler unsere Nase nicht gefällt, sollte man das nicht persönlich nehmen. Zum einen ist es gut, dass der potenzielle Vorgesetzte im Gespräch schon feststellt, dass die Chemie nicht stimmt. Denn unter diesen Umständen stände auch die tägliche Zusammenarbeit unter keinem guten Stern. So erspart man sich wenigstens diesen Stress.

Auch Personalentscheider wechseln mal den Job

Es gibt also zwei Optionen: Häkchen dran und die nächste Firma anschreiben. Oder, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt, einfach bei einer anderen Abteilung bewerben. Oder: Ein halbes Jahr abwarten und dann noch mal eine Bewerbung schicken. In großen Firmen ändert sich die personelle Besetzung schneller als in kleinen Betrieben und man hat beim zweiten Bewerbungsgespräch vielleicht jemand völlig anderen vor sich sitzen, der uns als Bewerber sowohl qualifiziert als auch sympathisch findet.

"Ich glaube, das Wichtigste ist einfach: es sportlich sehen. Nicht als Niederlage, nicht an sich zweifeln, sondern überlegen: Woran lag es denn und kann ich da etwas ändern?"

In anderen Fällen haben wir vielleicht noch nicht die richtige Qualifikation für unseren Traumjob. Aber auch das ist keine Schande, denn die kann man sich aneignen. Wer den Job unbedingt möchte, hat auch die Motivation etwas dafür zu tun.

Drei Tipps, wie du beim zweiten Bewerbungsgespräch punkten kannst:

  • Qualifikation reicht nicht - Tipp: Kontakt halten, Qualifikation aneignen, noch mal bewerben
  • Chemie stimmt nicht - Tipp: Bei größeren Unternehmen ruhig noch mal bewerben, weil es dort verschiedene Abteilungen gibt und sich personell auch schneller etwas ändert
  • Schlechte Tagesform - Tipp: Ruhig offensiv damit umgehen, es kommunizieren und fragen, ob ein zweites Bewerbungsgespräch möglich ist