Das Nobel-Komitee zeichnet Bob Dylan für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Gesangstradition aus. Der Autor Irvine Welsh schreibt, das sei eine nostalgische Entscheidung seniler Hippies.

Was viele ja nicht wussten: Bob Dylan hat tatsächlich mal Bücher geschrieben. Eine Autobiografie und eine Sammlung experimenteller Gedichte - aus den 70ern... Ziemlich abgedrehtes Zeug. Dafür wurde Dylan jetzt aber nicht ausgezeichnet. Den Literaturnobelpreis bekommt er, weil seine Texte die großen Fragen stellen: Was es bedeutet, Mensch zu sein. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch um Politik und Religion, und nicht zuletzt hatte er großen Einfluss.

"'Blowin‘ in the Wind' war ja so eine Art Hymne für die amerikanische Antikriegsbewegung in den 60ern."
Jennifer Rieger, DRadio Wissen

Im Interview erklärt die Akademie-Chefin und schwedische Literaturwissenschaftlerin Sara Danius, was die Gründe für die Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan sind.

Bob Dylan ist der erste Musiker, der den Literaturnobelpreis bekommt. 2013 schon hatte die New York Times in einem Artikel dafür plädiert - Titel: "Knock, Knock, Knockin’ on Nobel’s Door". Immer wieder mal wurde er als möglicher Kandidat genannt. Dass er es jetzt aber tatsächlich geworden ist, hat doch manche überrascht.