Erster Uni-Tag: das Lächeln sitzt, eure Small-Talk-Skills auch. Denn jetzt geht's drum: Der erste Eindruck zählt. Und wie! Wir haben noch ein paar Tipps für euch. Das Ganze ist nämlich doch etwas kniffliger als gedacht.

Wenn wir jemanden begegnen, laufen unterbewusst gleich tausend Fragen ab: "Passt der zu mir? Guckt er freundlich? Was macht sie, was trägt er? Ist sie nett? Witzig? Schlau? Eigentlich geht aber alles ganz schnell. Nur Millisekunden entscheiden darüber, ob wir eine Person mögen - oder nicht.

"Wir haben uns am ersten Unitag kennen gelernt - und seitdem hängen wir miteinander ab."
Student Chris über seinen Kommilitonen Florian

Wenn alles gut geht, finden sich dadurch Freunde für immer. Bei den Kölner Studenten Florian und Chris hat das sogar so gut geklappt, dass sie mittlerweile seit fünf Jahren befreundet sind. Ganz uneigennützig ist diese blitzschnelle Entscheidung nach Freund und Feind nicht. Sie dient unserem Selbstschutz und das schon seit der Steinzeit.

Es kommt auf die nonverbalen Signale an

"Nach Studien brauchen wir maximal 100 Millisekunden, einen Wimpernschlag quasi", erklärt Gestik- und Mimikexperte Dirk Eilert. Unser Gehirn ist also seit Jahrtausenden darauf trainiert, zu entscheiden: Kann mir mein Gegenüber gefährlich werden oder nicht?

Mehr als unsere Worte wirkt dabei unsere Körpersprache. Ein nettes Lächeln ist in jedem Fall schon mal das richtige Signal. Bloßes Starren und übertriebener Augenkontakt sind nicht die Lösung. Penetrantes Glotzen wirkt eher kontraproduktiv.

"Drei Sekunden Blickkontakt wirken im Schnitt positiv, selbstbewusst und zugänglich. Wenn der Blickkontakt länger dauert, kommt es zu deutlichen Abzügen bei Sympathie und Vertrauenswürdigkeit."
Dirk Eilert, Gestik- und Mimikexperte

Und auch die Körpersprache muss sitzen. Den Kopf leicht in den Nacken zu legen, wird oft als leicht überheblich und arrogant gedeutet. "Stattdessen kann man den Kopf leicht zur Seite neigen. Das stärkt laut Studien den Eindruck der Vertrauenswürdigkeit", empfiehlt Dirk Eilert.

Und für noch etwas haben wir Menschen offenbar einen guten Radar: Herauszufinden, ob jemand authentisch ist. Wirkt die Offenheit des Gegenübers allzu überdreht und aufgesetzt, kann das direkt zu Punktabzügen im Erstkontakt führen. Aber das verstellte Selbst kann am Ende fast noch schlimmere Auswirkungen haben, weiß Student Florian: Wer will schon mit Leuten abhängen, die er eigentlich gar nicht mag?

"Wenn man ist, wie man ist, trifft man die Leute, die zu einem passen. Irgendwie auf Super-Außenwirkung zu machen, bringt ja nichts, weil man dann auf Leute gut wirkt, mit denen man eigentlich gar nicht klar kommt."
Florian, Student aus Köln