Die Freifunk-Bewegung spannt drahtlose Netze über die Dächer vieler Städte. Schon mit einem 15-Euro-Router ist man dabei und genießt viel mehr als nur kostenlosen Internetzugang. In Eine Stunde Netzbasteln besuchen wir die Aktivistin Elektra Wagenrad, flashen einen Linux-Router und werden Teil des dezentralen Gemeinschaftsnetzes.

Einen preiswerten WLAN-Router, eine IP-Adresse - und Funkempfang von Freifunk-Nachbarn. Mehr braucht es nicht, um Teil des Freifunk-Netzes zu werden, das in über 180 Städten und Orten in Deutschland von Enthusiasten betrieben wird. Je mehr Menschen mitmachen, desto engmaschiger und schneller wird das zentrumslose Bürgernetz, das viel mehr bietet, als nur kostenlosen Internetzugang.

Allein in Berlin sind über 400 Knoten verbunden, auf Balkonen, Kirchtürmen oder Rathausdächern - das Bürgernetz wird von vielen Seiten gefördert und wächst immer weiter - jedenfalls solange die geplante Neuregelung der umstrittenen "Störerhaftung" den Freifunkern keine unnötigen Barrieren setzt.

Elektra Wagenrad ist ein Urgestein der Freifunk-Szene
© Moritz Metz
Elektra Wagenrad ist ein Urgestein der Freifunk-Szene

In Ausgabe #033 von Eine Stunde Netzbasteln machen wir dem Sendungsnamen alle Ehre und basteln einen Netzbasteln-Freifunk-Knoten. Wie einfach das geht, zeigt die Entwicklerin, Autorin und Freifunk-Aktivistin Elektra Wagenrad. Sie lebt auf einer Wagenburg in Berlin-Friedrichshain, bezieht Strom ausschließlich aus Solarzellen - und ihren Internetzugang über das Freifunk-Netz. Mit Elektra flashen wir einen ausgedienten WLAN-Router mit der linuxbasierten Freifunk-Firmware, registrieren eine IP-Adresse und verbinden ihn mit Elektras Wagenburg-Knotenpunkt. Die Verbindung steht, in diesem Fall sogar ohne selbst gebastelte Richtantenne.