2050 ist es soweit, wenn es nach einigen Forschern geht. Dann sollen Sexroboter selbstverständlich im Einsatz sein. Eine Stunde Liebe blickt auf den aktuellen Stand in der Wissenschaft. Wer würde Sexroboter kaufen? Welche technischen Entwicklungen gibt es schon? Und wie werden Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik diskutiert?

Wenn der Preis keine Rolle spielt, wer wäre an einem Sexroboter interessiert? Dieser Frage geht Medienwissenschaftlerin Jessika Szczuka im Rahmen ihrer Doktorarbeit nach. Weil die Industrie sich bisher auf weibliche Sexroboter fokussiert, hat Szczuka in einer Online-Studie 263 männliche Teilnehmer befragt, im Alter von 18 bis 67.

Das Ergebnis zeigt: Das Stereotyp, dass sich nur einsame Männer ohne Chance bei Frauen auf so eine Technik einlassen, wurde widerlegt.

"Das Phänomen Sexroboter ist nicht nur für eine kleine Gruppe von Interesse. Immerhin können sich knapp 40 Prozent der Teilnehmer vorstellen jetzt oder innerhalb der nächsten fünf Jahre so einen Roboter zu kaufen."
Jessika Szczuka, Medienwissenschaftlerin, Universität Duisburg-Essen

Auf dem Weg zum Sexroboter gibt es kleine Entwicklungen, wie den "Kissenger". Vor zehn Jahren hat Entwickler Adrian David Cheok mit der Arbeit am digitalen Kuss-Messenger begonnen.

"Am Anfang war das noch ein ganzer Kopf mit Lippen. Aber die Technik war damals noch nicht so entwickelt, also hat der Kopf viele Leute eher abgeschreckt. Und deshalb ist der aktuelle Kissenger auch sehr abstrakt gebaut."
Adrian David Cheok, Direktor des Imagineering Institute Iskandar, Malaysia und Professor für Pervasive Computing an der City University London

Der Kissenger ist eine Art Schale für das Smartphone, mit einem ovalen Mundstück. Wenn man diesen Bereich küsst, wird der Druck an die zweite Schale, die ebenfalls am Smartphone angebracht ist, übertragen. Praktisch für eine Fernbeziehung. Zungenküsse sind aber noch nicht möglich.

Auf die maschinenethischen Aspekte bei der Entwicklung von Sexrobotern achtet Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel.

"Dass die Sexroboter uns streicheln können in allen möglichen Bereichen, auf alle möglichen Arten und Weisen, birgt natürlich auch viele Gefahren."
Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz

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