Julien Schröder-Gianoncelli hat vor drei Jahren begonnen, seinen Kleiderschrank auf nachhaltige Klamotten umzustellen. Das bedeutet: Sobald er zum Beispiel ein neues T-Shirt braucht, kauft er nachhaltig produzierte Produkte - und dafür fliegt die konventionelle Garderobe nach und nach raus. Mittlerweile besteht sein Kleiderschrank zu zwei Dritteln aus fair und ökologisch produzierter Kleidung.

Julien ist 23 Jahre alt, hat International Business und Energiemanagement studiert. Jetzt macht er den Master Management Nachhaltigkeit und Urbane Entwicklung an der Karlshochschule in Karlsruhe. Nebenbei arbeitet er als Nachhaltigkeitsberater für Start-ups. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil in Juliens Leben. Angefangen hat es vor etwa vier Jahren. Da hat er begonnen, seine Ernährung auf biologische Lebensmittel umzustellen, dann kam Öko-Strom hinzu, eine nachhaltige Bank, und schließlich war es für ihn nur konsequent, sein Nachhaltigkeits-Konzept auch auf Klamotten anzuwenden.

"Im ersten Moment findet man nur die altmodischen Hersteller und ist enttäuscht, vor einiger Zeit gab es auch noch nicht so viel Auswahl, das hat sich jetzt aber verändert."
Julien Schröder-Gianocelli, Student, der seinen Kleiderschrank auf nachhaltige Mode umstellt

Julien schaut hauptsächlich auf die Siegel, die zum Beispiel Auskunft darüber geben, ob ein Unternehmen Bio-Baumwolle verarbeitet oder Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO einhält. Nun hat er eine eigene Liste mit Labels und Siegeln, die er selbst zusammengestellt hat. Die benutzt er für sich und gibt sie auch an Freunde weiter. Sein Umfeld reagiert positiv auf seine Einstellung. Julien selbst hat die höheren Kosten von nachhaltigen Klamotten schon überwunden: Er führt sich immer wieder vor Augen, was die wahren Kosten von Klamotten sind, und dann ist für ihn ein T-Shirt für 40 Euro auch absolut in Ordnung.

"Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig, bei anderen Sachen mache ich dann auch schon mal Abstriche, aber bei Mode ist Stil eben auch sehr wichtig."
Julien Schröder-Gianocelli, Student, der seinen Kleiderschrank auf nachhaltige Mode umstellt

Julien war in seinem Leben dreimal in einer Primark-Filiale und immer schockiert - zum letzten Mal in der vergangenen Woche. Er empfindet diese Art von Klamottenläden als Reizüberflutung und ist erschrocken darüber, wie die Klamotten in solchen Läden zum Beispiel achtlos auf dem Boden rumfliegen. Julien sagt: "Für mich ist das keine angenehme Einkaufs-Atmosphäre."