Hanni Rützler ist Trendforscherin und weiß, was bei uns nächstes Jahr auf den Teller kommt.

Nicht mehr die Masse sei gefragt, auch nicht die Norm: Lebensmittelprodukte haben eine neue Wertigkeit, sagt Hanni Rützler. Die Qualität der Lebensmittel richte sich mehr an Naturbelassenheit und originärem Geschmack aus.

Für die Trendforscherin ist damit das Ende der spätindustriellen Lebensmittelproduktion eingetreten, in der es nur um Normung und Ertrag gegangen ist. Jetzt gingen wir über ins Wissenszeitalter, in dem wir die alten Orientierungsgrößen hinterfragen.

"Das Fleisch wird zur Ergänzung. Das finde ich eine schöne Entwicklung: Es verändern sich die Machtverhältnisse am Teller. Das Gemüse wird mächtiger."
Hanni Rützler, Trendforscherin

Das Gemüse rückt aus seinem Nischendasein als Beilage am Tellerrand heraus, sagt Hanni Rützler. Es wird zum Star auf dem Teller bei den Spitzenköchen. Diese Entwicklung, findet Hanni Rützler, spiegle sich auch in der Sehnsucht vieler Konsumenten, sich dem Gemüse sehr liebevoll zu widmen.

"Das ist nicht der Verzicht auf Fleisch, sondern die neue Liebe zu den pflanzlichen Lebensmitteln."
Hanni Rützler, Trendforscherin

Dazu gehöre, dass das Kochen als Alltagstätigkeit zur Energieversorgung der Familie aus dieser Normalität herausgetreten sei, erklärt Hanni Rützler. Wo Essen eine herausgehobene Funktion hat und nicht nur der Nahrungsaufnahme diene, würde das Kochen zelebriert. Diesen und weitere Trends beschreibt Hanni Rützler in ihrem Food Trend 2015.