Aggression wird nicht antrainiert, sondern durch die Evolution bedingt. Unsere aufrechte Haltung auf Fersen und Ballen ist der Beweis dafür, sagt eine Studie.

Evolutionsbiologen der University of Utah wollten raus finden, ob Aggression in uns Menschen angelegt oder sozial antrainiert ist. Sie meinen, dass offensives Verhalten in der Evolutionsgeschichte Vorteile hatte: Anstatt zu flüchten konnte durch Angriff und Verteidigung zum Beispiel ein erlegtes Mammut vor Artgenossen oder Feinden geschützt werden.

Unser Körper ist für den Kampf gebaut

Für genetisch angelegtes aggressives Verhalten suchten die Biologen nach Beweisen im Körperbau. Denn der müsste dann für einen Kampf gebaut sein. In Experimenten ließen sie Testpersonen auf ein Pendel einschlagen - mal einbeinig, mal zweibeinig, mal nur auf der Ferse oder dem Ballen. Heraus kam, dass wir am meisten Wums entwickeln, wenn wir fest auf beiden Füßen stehen - auf Ballen und Fersen.

"Die Biologen konnten messen, in welcher Pose Menschen die größte Kraft entwickeln. Das war so, wenn wir fest auf beiden Füßen stehen, auf Ballen und Fersen."
Kathrin Sielker, DRadio Wissen

Die Forscher aus Utah sehen darin den Beweis dafür, dass Aggression als Verhalten im Menschen angelegt war und nicht antrainiert ist. Sie hat ihm in der Evolutionsgesichte Vorteile verschafft. Denn die meisten Lebewesen, die nur einen Ballen nutzen, flüchten vor Gefahr. Arten wie Mensch, Bär oder Affe aber wehren sich vor Angriffen.

Bislang gingen Studien davon aus, der aufrechte Gang sei vorteilhaft, weil wir auf den Hinterbeinen größer sind und weit entfernte Gefahren erspähen konnten. Außerdem seien unsere Vordergliedmaßen dann flexibler. Neu ist jetzt der Aspekt, dass sich der aufrechte Gang auch wegen der besseren Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten entwickelt hat.