Welche Auswirkungen Treibhausgase haben, wie der Meeresspiegel ansteigen wird und was wir und die Politiker alles falsch machen, erklärt uns der Klimaforscher Mojib Latif.

Die DRadio-Wissen-"Tapfertypen" können von dem Meteorologen und Klimaforscher Mojib Latif eine Menge lernen. Zum Beispiel, dass CO2, das früher Kohlensäure hieß, 800.000 Jahre im Eis der Antarktis zurückverfolgt werden kann. Und dass China gar nicht das Land ist, dass wegen seiner Emissionen zu Recht am Pranger steht. Mojib Latif hat die Zahlen: Europa hat bisher 28 Prozent des weltweiten CO2 in die Luft geblasen, die USA 26 und China nur 11 Prozent.

"Wir können Kerne ziehen im antarktischen Eis und da sind Luftbläschen enthalten", erklärt Mojib Latif. "Da wissen Sie ziemlich genau Bescheid über die Zusammensetzung der Luft im Laufe der Jahrtausende." Zudem werde CO2-Ausstoß in China durch Europas Konsum angeheizt, so Mojib Latif. Die Begründung: Wir lassen China für uns produzieren und richten dadurch noch mehr Schaden an, weil die Geräte mit zusätzlicher Umweltbelastung erst noch zu uns transportiert werden müssen.

"Eigentlich müssten doch jetzt bei uns die Alarmglocken schrillen. Wir sind dabei, das Erdsystem in einem Maße auszulenken wie es vorher noch nie der Fall gewesen ist."
Mojib Latif, Klimaexperte

Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hat am 27. Januar 2015 in der Reihe "Umbrüche - Auslöser für Evolution und Fortschritt"Fortschritt" an der Universität in Göttingen gesprochen. Klingt zwar recht positiv, solche Umbrüche bringen aber auch fast immer negative Begleiterscheinungen mit sich - so auch der Eingriff des Menschen in die Natur. "Der Globale Wandel und die Zukunft der Klimapolitik" hat er seinen Vortrag überschrieben.

Mehr über Mojib Latif: