"Hier geht es darum, Haltung zu zeigen", sagt Modeexpertin Sabine Resch. Und sie prognostiziert: Bei den kommenden Fashion Weeks werden wir noch mehr zum Thema Mode und Flüchtlinge sehen.

Dass Mode nicht nur schön sein, sondern auch eine politische Haltung ausdrücken kann, das wissen wir schon länger. "Mode ist Ausdruck von politischer Einstellung", sagt Sabine Resch von der Modeakademie AMD in München. Manchmal ist die Botschaft sehr direkt - so wie bei dem Designer Walter Van Beirendonck, der seine Models schon 2015, nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo, mit dem Slogan "Stop terrorising our world” auf den Laufsteg schickte.

Manchmal ist die Botschaft auch subtiler. Bei der letzten Fashion Week für Männer in Paris aber auch schon auf der Fashion Week in Berlin "gab es größere Zitate, bei denen auffiel, wie sehr die Designer die Zeichen der Zeit aufgreifen", sagt Sabine Resch.

"Man sah viel Olivgrün, viele Tarnflecken und Camoulflage-Muster. Oder auch Tracht, gemischt mit zerfetzten Kleidungsstücken."
Sabine Resch, Modeexpertin

Designer Sasa Kovacevic bei der Berliner Fashion Week

Mantel als Zelt

Von einem "Refugee-Look" will Sabine Resch nicht sprechen. Aber sie sagt: "Mode ist ja nicht nur ein Produkt, sondern auch ein Medium der Anschauungen." Schon früher haben sich Mode-Designer dem Thema Flüchtlinge gewidmet: Die Künstlerin Lucy Orta etwa entwickelte eine Refuge Wear. Das war ein ganz praktischer Ansatz, sagt Sabine Resch. Und diesen Gedanken hatte auch schon die Amerikanerin Norma Kamali in den 80er Jahren, die ein Kleidungsstück entwarf, das Zelt und Mantel zugleich ist.

"Immer wenn Krisen, Revolutionen, Kriege sind, wächst die Mode über sich hinaus und zeigt der Zeit viel schneller als ein anderes Kulturgut, was gerade los ist."
Sabine Resch, Modeexpertin

Dass Mode nicht nur oberflächlich und schön ist, zeigt sich bei den aktuellen Modeschauen. Und Sabine Resch prognostiziert: "In den kommenden Fashion Weeks wird garantiert noch mehr aufgegriffen werden." Das Thema Flüchtlinge beschäftigt nicht nur die Politiker, sondern auch die Mode-Designer.

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