Das Frühstück wird überbewertet, sagt Mediziner Christoph Raschka. Der Urmensch konnte sich morgens auch nicht an den gedeckten Tisch setzen, sondern musste erst einmal jagen und sammeln. Raschka jedenfalls empfiehlt, auf Frühstück zu verzichten. Was? Auf die wichtigste Mahlzeit am Tag?

Das Frühstück ist vielen heilig. Man will gestärkt aus dem Haus gehen und nicht mit knurrendem Magen. Doch wer schon morgens viel frühstückt, isst auch im Laufe des Tages mehr. Das zeigen Studien aus der Ernährungswissenschaft.

Unsere Biorhythmik ist nicht auf Frühstück ausgelegt

Christoph Raschka, Allgemeinmediziner und Sportwissenschaftler der Universität Würzburg, findet das absolut plausibel. Denn evolutionsbiologisch betrachtet, reicht das erste Essen am Mittag. Das zeige auch unsere Biorhythmik.

Die ist so programmiert, dass am Morgen der Blutzuckerspiegel ausreichend hoch ist. Ein Frühstück braucht es also nicht. Erst gegen Mittag fällt der Blutzuckerspiegel ab. Wann genau der Magen dann knurrt, das ist individuell verschieden - beim einen gegen 11 Uhr, beim anderen gegen 13 Uhr.

"Wir haben verlernt, auf unseren Körper zu hören."

Auch Urmenschen konnten morgens nicht ausgiebig frühstücken, sagt Raschka. Erst standen Sammeln und Jagen an, bevor man sich - teils erst am Abend - den Bauch vollschlagen konnte.