Wenn Studenten in der Mensa nicht alles aufessen, landet das üblicherweise im Müll. Außer die Bänderer schnappen sich die Reste vom Band. Damit soll Schluss sein, sagt das Studentewerk. Doch stattdessen werden den Bänderern die Reste jetzt schon an den Tisch gebracht.

Seit das Studentenwerk aus hygienischen Gründen das Bändern verhindern will, ist die Aufmerksamkeit für die Bänderer noch größer geworden, sagt Jan Schmutzler. Er ist Bänderer in der Freiburger Mensa.

"Durch die ganze Aufmerksamkeit sind die Leute viel sensibilisierter und bringen uns das Essen fast schon freiwillig an den Tisch."
Jan Schmutzler, Bänderer

Unter dem Vorgehen des Studentenwerks, das Band mit den zurückgegebenen Tabletts mit einer Abdeckung vor den Bänderern abzuschirmen, leiden vor allem die regulären Esser. Die Studenten stehen jetzt viel länger in der Rückgabeschlange an als vorher, sagt Jan.

"Ich denke, dem Studentenwerk geht es um geschäftliche Interessen. Es ist so unwahrscheinlich, dass man sich ansteckt. Dass deshalb jemand die Mensa verklagt, halte ich für absurd."
Jan Schmutzler, Bänderer

Vor eineinhalb Jahren fanden Gespräche zwischen dem Studentenwerk und den Bänderern statt. Dabei sei aber nicht viel herausgekommen, sagt Jan. Das Bändern sei erst einmal toleriert worden. Jetzt würde wie aus heiterem Himmel entscheiden, dass das Bändern unhygienisch sei.