Der Fanclub "BVB-Freunde Deutschland" will sich vorerst nicht mehr gegen Rechts engagieren. Damit reagiert er auf Anfeindungen aus der rechten Szene.

Der Fußball-Fanclub "BVB-Freunde Deutschland" hat auf seiner Internetseite verkündet, den aktiven Kampf gegen Rechts vorerst zu beenden. Die BVB-Freunde sprechen von verschiedenen Gründen. Es gab Einschüchterungsversuche, Mails mit rechten Parolen und sogar Morddrohungen. Die Vorgeschichte: Der Fanclub hatte im März verkündet, dass AfD-Mitglieder keine Chance haben, dem Fanclub beizutreten.

"Ich denke, dass dieser Fanclub die Situation ein bisschen falsch eingeschätzt hat, als er sich gegen die AfD gewandt hat."
Olaf Sundermeyer, DRadio Wissen

Dortmund hat ein Problem mit einzelnen rechtsextremistischen Fans und Hooligans auf der Südtribüne, sagt der DRadio-Wissen-Reporter Olaf Sundermeyer. Der Fanclub sei allerdings noch einen ganzen Schritt weitergegangen, indem er gesagt habe: Wir müssen diesen Kampf auch gegen die AfD führen, indem die nicht Mitglied werden dürfen.

Und daraufhin wurde der Fanclub mit Post aus dem AfD-Lager überschüttet. Olaf Sundermeyer weiß, dass jeder, der sich öffentlich gegen die AfD äußert, diese Erfahrungen machen muss. Er glaubt allerdings, dass der Fanclub "BVB-Freunde Deutschland" diese Reaktion völlig unterschätz hat.

"Jeder, der in der Öffentlichkeit steht und sich aktiv gegen die AfD stellt, macht diese Erfahrungen, hat diese Erlebnisse."
Olaf Sundermeyer, DRadio Wissen

Der BVB sei bundesweit - vielleicht sogar europaweit - der Fußballverein, der sich am professionellsten mit dem Problem "Rechtsextremismus" auseinandersetzt. Natürlich hat der Club auch ausreichend Geld, um es in ein solches Engagement zu stecken - zum Beispiel gibt es spezielle Betreuer, die sich um die Fans des Vereins kümmern.

Andere Vereine haben ähnliche Probleme. Der MSV Duisburg zum Beispiel - der hat allerdings einen deutlich geringeren Etat. Auch Dynamo Dresden hat ein massives Problem mit rechten Fans, sagt Olaf Sundermeyer. Dort sei es allerdings Normalität und werde nicht als Problem thematisiert.