Philipp Lahm ist 33 und hört auf. Er wird Fußball-Rentner in einem Alter, in dem es in anderen Branchen erst richtig losgeht. Für das "Danach" eine neue Rolle zu finden, ist nicht ganz einfach. Ex-Profi Carsten Ramelow erzählt uns, wie es sich anfühlt, wenn das Karriereende kommt.

333 Spiele in der Liga für Hertha BSC und Bayer Leverkusen, dazu Einsätze in der Nationalmannschaft. Bis vor zehn Jahren war Carsten Ramelow: Mittelfeldspieler, Fußballprofi. Heute hängt diesem Label im das "ehemalig" an. Mit 34 beendete Carsten Ramelow 2008 seine Karriere endgültig.

"Ich bin in kein Loch gefallen. Aber dass es nicht so einfach ist, kann ich nur bestätigen."
Carten Ramelow, Ex Fußballprofi

15 bis 20 Jahre Profifußball haben die meisten Fußball-Rentner auf dem Buckel. Sich davon zu lösen und eine andere Rolle zu finden, ist eine Herausforderung für sie. "Für Außenstehende ist das schwer zu beschreiben." Er sagt, es sei ein bisschen so wie im Kino: "Der Film ist vorbei. Du gehst raus." Umgehen müssen die Spieler auch damit, dass die Aufmerksamkeit nachlässt. Für die meisten Ex-Fußballer interessiert sich kaum einer.

Und dann kommt das Ende doch - plötzlich

Nicht alle Fußballer haben direkt den Masterplan und finden eine neue Rolle im Verein oder beim DFB, streben eine Trainerkarriere an. Andere wie etwa Christopher Metzelder steigen ins Sportmarketing ein, studieren oder machen das Studium fertig. Nur wenige starten etwas ganz anderes.

Carsten Ramelow sagt, bei ihm begannen die ersten Gedanken ans Karriereende mit Ende 20. Da war ihm klar: "Das ist die Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie es nach dem Fußball weitergeht." Dennoch war es so, dass das echte Ende dann gefühlt überraschend kam. Plötzlich waren fünf Jahre um.

"Auf einmal war ich in der Situation und musste mir eingestehen, dass ich doch früher hätte anfangen müssen, mir Gedanken zu machen."
Carten Ramelow, Ex Fußballprofi

Mit seinem Job heute, sagt Carsten Ramelow, sei er super zufrieden. Er hat eine eigene Firma für Ticketing, ehrenamtlich ist er als Vizepräsident in der Fußballer-Gewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler aktiv.

Wenn er heute zurückblickt, denkt er, er hätte früher anfangen können, sich weiterzubilden oder etwa ein Fernstudium anzufangen. Gerade lernt er beispielsweise Spanisch. In der Anfangszeit oder während er in der Zeit in der Nationalmannschaft war so etwas schwierig. "Da ist der Kopf dann einfach auch müde." Später wäre das aber kein Problem gewesen.

Für Philipp Lahm ist die richtige Vorbereitung auf das nächste Lebenskapitel übrigens gerade ein Grund für den frühen Ausstieg.

Insofern macht sich Carsten Ramelow um Philipp Lahm gar keine Gedanken - selbst, wenn die Spekulationen über seine neue Rolle bereits kräftig hochschaukeln. Nicht nur von seinen Erfolgen, auch finanziell könne es sich Philipp Lahm leisten, sich alles anzuschauen. "Der Spieler muss erstmal reinschnuppern, das Ganze kennenlernen. Da kann er sich jetzt erstmal um andere Dinge wie etwa die Familie kümmern und ganz entspannt in die Zukunft blicken."