Das Spiel "Wheels of Aurelia" ist eine Mischung aus Autorennen und Geschichtsvermittlung im Design der 70er Jahre.

Als Maria Grazia Lella Lombardi, eine italienische Formel-1-Rennfahrerin, kurz Lella genannt, können wir zwischen italienischen Flitzern von Maserati bis Alfa Romeo wählen. Unsere Game-Expertin Jana Reinhardt hat sich für den Piaggio Ape entschieden. Damit fährt sie auf der Via Aurelia - die Fernstraße von Italien nach Frankreich, die die Römer 241 v. Chr. ursprünglich angelegt haben.

Die Rennstrecke sieht Jana in der Draufsicht, die stilisiert gezeichnet ist mit einer pastellfarbene Landschaft und 70er-Jahre-Architektur. Sie fährt vorbei an Roms Außenbezirken, zum Meer, durch Häfen und Werften, durch die Provinzen vorbei an alten Kirchen. Das klingt entspannt, Jana fährt aber tatsächlich illegale Autorennen und liefert sich Verfolgungsjagden mit der Polizei.

Politische Gespräche im Rennfahrer-Modus

Trotz der wilden Rennen hat Jana noch Zeit, Anhalter mitzunehmen - die bringen die Geschichte Italiens im Jahr 1978 mit ins Spiel. Jana nimmt beispielsweise Olga mit, eine junge schwangere Frau, die auf dem Weg zu einer Abtreibungsklinik in Frankreich ist. Im Frühjahr 1978 waren Abtreibungen noch illegal, erst später im Jahr wurde das Abtreibungsgesetz geändert.

Während der Fahrt unterhält sie sich mit Olga über die Abtreibung. Dialoge führt Jana über Sprechblasen, von denen verschiedene Varianten angeboten werden. Parallel muss sie auf die Straße achten. Janas Dialog-Auswahl entscheidet darüber, ob sie Olga mit bis nach Frankreich nimmt oder an der nächsten Raststätte absetzt.

"There is so much going on in particular in that spring of '78 from events that would shape really the face of our country."
Pietro Righi, Chef des Indie-Studios Santa Regione

Die Spieleentwickler und Games-Designer "We Are Müsli" haben sich für das Jahr 1978 entschieden, weil in diesem Jahr so viele Ereignisse Italien nachhaltig geprägt haben wie zum Beispiel die Ermordung des Ministerpräsidenten Aldo Moro. Insgesamt gehen Jana die Dialoge nicht tief genug. Zumindest war ihr Interesse so weit geweckt, dass sie verschiedene Themen nachrecherchiert hat.