Er ist Poetryslammer und ist mit Redensarten bekannt geworden. Das ist aber nur eine Seite von Lars Ruppel. Er beschäftigt sich nämlich auch mit Demenz. Und wie Gedichte und Poesie bei dieser Erkrankung helfen können.

Weil er faul ist, schnappt er sich am liebsten Redensarten - und baut darum seine Gedichte. Mittlerweile sind so Bücher wie "Holger, die Waldfee" entstanden. Und auch zum Deutschen Meister im Poetry-Slam hat es Lars Ruppel schon geschafft. Man kann also sagen: Das mit den Redesarten hat sich ausgezahlt für Lars Ruppel.

"Wenn man sich mit der deutschen Sprache beruflich auseinandersetzt, lernt man die gruseligen Ecken kennen, aber auch die schönen Seiten. Die tollen Klänge und die weniger tollen Klänge."

Lars Ruppel macht aber mehr als Poetry-Slam. Er beschäftigt sich nämlich auch mit Demenzkranken, trägt ihnen Gedichte vor und gibt Workshops, in denen er erklärt, wie Lyrik Menschen helfen kann, die immer mehr von ihrem Leben vergessen.

Gedichte statt Volksmusiksender

Auch darüber hat er schon ein Buch geschrieben: "Geblitzdingst - Slampoetry über Demenz." Was er macht, kommt an im Pflegeheim, hat Lars beobachtet.

"Die Generation, die gerade gepflegt wird, hat tierisch Bock auf Poesie."

Allerdings ist es für Verwandte und Pfleger natürlich viel komfortabler, den Volksmusik-Sender einzuschalten als ein Gedicht vorzutragen. Es lohnt sich trotzdem, denn Gedichte gehören zur kulturellen Identität der Senioren, erzählt Lars.