Als die Gilmore Girls Anfang 2000 über die Bildschirme flimmerten, war das eine kleine Revolution. Im Mittelpunkt: schlagfertige Frauen mit Herz und Hirn. Nach sieben Jahren Pause ist die Serie jetzt zurück - und knüpft nahtlos an alte Zeiten an.

Direkt in den ersten Minuten sitzt Lorelai im Holzpavillon auf dem zentralen Platz in Stars Hollow, ihre Tochter Rory drückt ihr einen Kaffeebecher in die Hand und sofort prasselt ein Dialog mit 200-250 Wörtern pro Minute auf den Zuschauer ein. Und als Lorelai eine kleine Pause macht, sagt sie: "Das hat Spaß gemacht. Das haben wir lange nicht gemacht.". Und dieser Dialog, sagt Anna Wollner, holt die Zuschauer genau da ab, wo sie nach zehn Jahren Pause stehen.

"Der Einstieg ist eine Punktlandung, weil dieses analoge, nostalgische Stars-Hollow-Gefühl auch bleibt."
Anna Wollner hat die ersten zwei Folgen für DRadio Wissen geguckt

In größeren und kleineren Rollen ist der gesamte Gilmore-Girls-Cast auch in der neuen Staffel wieder dabei. Luke, der Dorftrottel Kirk, der Concierge Michelle, alle Ex-Freunde von Rory, alle Ex-Freunde von Lorelai und Sookie. Nur Rorys Großvater Richard fehlt. Der Schauspieler Edward Kirk Herrmann starb Ende Dezember 2014. Und trotzdem ist er irgendwie auch in der achten Staffel dabei.

"Ich war sieben Jahre lang Lorelai, da geht die Figur in Fleisch und Blut über. Als ich die erste Drehbuchseite gelesen hab, war es wie ein nach Hause kommen."
Lauren Graham (Lorelai) über die neue Staffel Gilmore Girls

Warum Gilmore Girls auch nach so vielen Jahren noch funktioniert, erklärt die Schauspielerin Lauren Graham damit, dass die Serie einfach viele verschiedene Ebenen hat. Als junge Frau hat man einen anderen Blick auf das Mutter-Tochter-Verhältnis als später, wenn man vielleicht selber inzwischen Mutter ist. Deshalb könne man die Serie ein paar Jahre später noch einmal sehen. Und in Stars Hollow ist die Welt einfach noch in Ordnung. Eine Form von Eskapismus, die in einer komplizierten Welt durchaus willkommen ist.

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