Das Jahr ist noch keine Woche alt, und schon gibt es ein Thema, das uns zu den Ohren raushängt: Gute Vorsätze! Neu-Nichtraucher sind ständig gereizt. Kollegen, die sonst gern mal einen Kuchen mitgebracht haben, kommen mit Rohkost um die Ecke. Eine gute Idee? Geht so.

BJ Fogg ist Wissenschaftler an der Stanford University und kommt nach 20 Jahren Forschung zu dem Ergebnis, dass Vorsätze totaler Blödsinn sind, wenn ihr sie nur unter Qualen durchführt, euch also zwingen müsst. Egal wie sinnvoll es erscheinen mag - BJ Fogg sagt: Lasst es sein!

Der Grund: Wenn wir nicht masochistisch veranlagt sind, dann stehen wir nicht auf Bestrafung. Im Gegenteil: Wir sind eigentlich faule Säcke, die sich belohnen wollen, oder die nur etwas verändern, wenn es Teil unserer Alltagsroutine werden kann, also ganz nebenbei passiert. Fogg nennt das "easy-win-Verhaltensweisen" - die wir uns auf dem Weg zum Ziel auf bereits vorhandene Gewohnheiten aufpfropfen.

Die Sache mit der Zahnseide

Ein Beispiel: Euer Zahnarzt hat schon immer gesagt: benutzt Zahnseide. 2016 hattet ihr eine Wurzelbehandlung und deswegen nehmt ihr euch vor: 2017 beginnt ihr endlich mit der peniblen Reinigung eurer Zähne. Foggs Tipp: Nehmt euch im Anschluss an das Zähneputzen nur einen oder ein paar Zähne vor, die ihr extra reinigt. Das reicht, damit ihr eine neue Routine entwickelt - und das bringt euch langfristig mehr, weil sich ein Erfolgserlebnis einstellt.

Außerdem bietet Fogg online unter tinyhabits.com noch eine Hilfe an. Dabei geht es um eine Fünf-Tage-Methode. Die Vorbereitung dauert laut Fogg zwölf Minuten. Teilnehmer lernen etwas über Gewohnheiten, was sie bedeuten und in unserem Hirn auslösen. Dann könnt ihr drei Gewohnheiten angeben, die ihr neu lernen oder ändern wollt. Montag bis Freitag geht dann eine E-Mail in eurem Postfach ein, in der euch ein Experte erklärt, wie ihr die Methoden trainieren könnt.

"Grundsätzlich denke ich: Eine Einheit mit nur einem Zahn ist ein bisschen untertrieben. Vor allem fühlt man sich danach nicht wahnsinnig viel besser."
Vera Hesse, Psychologin

Die Psychologin Vera Hesse ist skeptisch, dass es ausreicht, nur einen Zahn zu reinigen. Ihr Tipp: Lieber anfangs nur zweimal in der Woche zur Zahnseide greifen - dann aber alle Zähne reinigen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Es gibt auch Leute, die positiven Stress brauchen. Wer also auf Herausforderungen steht, für den sind Minimalziele, wie sie BJ Fogg empfiehlt, nicht besonders attraktiv.