Die Sioux Indianer haben mit ihrem Protest gegen die Öl-Pipeline in North Dakota einen Baustopp erreicht. In den Nachbarstaaten gehen die Bauarbeiten aber weiter. DRadio-Wissen-Reporterin Hanna Ender hat mit Aktivisten in Iowa gesprochen.

Die 3,8 Milliarden Dollar teure Ölleitung sollte durch ihr Reservat gebaut werden. Als Promis wie Ben Affleck, Susan Sarandon und Leonardo DiCaprio die Sioux Indianer unterstützen, stoppte Obama Mitte September die Bagger vor Ort. Weil die Pipeline aber von North Dakota bis nach Illinois laufen soll, wehren sich auch dort Farmer und Anwohner gegen den Bau.

"Am Ende kämpfen alle für dasselbe Ziel: Den totalen Stopp der Pipeline."
DRadio-Wissen-Reporterin Hanna Ender
Grafik Hannas Vote Trip
©
Hanna Ender reist von New York nach Los Angeles und berichtet, was die Menschen auf der Strecke im wohl härtesten Wahlkampf der US-Geschichte bewegt.

Farmer befürchten Umweltverschmutzung durch Öl-Lecks

In den letzten 20 Jahren gab es in den USA 2000 Fälle, in denen aus kaputten Pipelines Öl ausgetreten ist. Genau davor fürchtet sich Cyndy Coppola. Unsere Reporterin Hanna Enders hat die Farmerin in Iowa getroffen: "Seit 1883 baut ihre Familie nördlich von Des Moines Mais und Soja an." Vergangenen Samstag wurde die 68-Jährige verhaftet, als sie sich einem Bagger in den Weg stellte.

"You know this soil is definitely one of the best soils in the world - and we need to protect it."
Farmerin Cyndy Coppola

Bagger auf den Feldern schaffen Fakten

In Huxley, nördlich von Des Moines, graben die Bagger weiter und ein Großteil der Rohre sind schon verlegt. Auch Anwohner wie Brenda Brink protestieren dagegen. Sie hat unserer Reporterin gezeigt, wie der Bau gegen den Widerstand der Bürger fortgesetzt wird.

"We’ve tried contacting political representatives and no one seems to care - so we’ve decided to start to do more civil disobedience as Iowans - just like North Dakota."
Anwohnerin Brenda Brink

Gezwungen Land zur Verfügung zu stellen

Der Energieausschuss von Iowa gab Anfang des Jahres grünes Licht und hat den Bau der Pipeline durch 346 Meilen privates Farmland genehmigt - mit Begründung, der Bau diene der gemeinnützigen Energieversorgung. Der Anwalt Bill Hanigan, der Cyndy Coppola und 15 weitere Kläger vertritt, sagt, das Argument sei kompletter Unsinn:

"Dakota Access is a private entity with a private purpose."
Klägeranwalt Bill Hanigan

Den Bau der Dakota-Access-Pipeline können die Aktivisten zwar nicht mehr stoppen, aber sie hoffen, dass niemals Öl durch die Pipeline fließen wird, wenn sie vor Gericht gewinnen. Sie glauben mit Hillary Clinton als Präsidentin wird das leichter als mit Donald Trump.