Am 1. Weihnachtstag 1991 zog der Präsident der UdSSR und Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow, die Konsequenz aus der politischen Lage seines Landes: Er trat von beiden Ämtern zurück und beendete damit die Existenz der Sowjetunion, die im Dezember 1922 von Lenin und anderen Bolschewiki gegründet worden war.

Mit Gorbatschows Rücktritt war de facto auch der "Kalte Krieg" zwischen dem kommunistischen Osten und dem kapitalistischen Westen beendet. Gorbatschows Politik - "Perestroika" (Umbau) und "Glasnost" (Offenheit) - wirkten am Beginn seiner Zeit als KPdSU-Generalsekretär auf die Menschen in der Sowjetunion elektrisierend.

Gorbatschow versprach ihnen mehr Freiheit, den Umbau des als unregierbar geltenden Landes und einen weltweiten Abrüstungsprozess. Dafür wurde Gorbatschow im Westen als Politstar gefeiert, im eigenen Land wandten sich aber immer mehr Menschen von ihm und seiner Politik ab. Als er am 25.12.1991 seinen Rücktritt erklärte, waren die meisten Menschen in der untergegangenen UdSSR froh. Sie setzten ihre Hoffnungen fortan auf Boris Jelzin, aber auch die wurden bald enttäuscht.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Manfred Hildermeier, Professor für Osteuropäische Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen, über die Politik Michail Gorbatschows
  • Horst Teltschik, Kanzleramtschef des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, über die erste Begegnung mit Michail Gorbatschow im Jahr 1984
  • DRadio-Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Reaktionen des Westens auf die Politik und den Rücktritt Gorbatschows