Ein 86-Jähriger wird aus seiner Wohnung geworfen, damit Flüchtlinge einziehen können. In Bremen gibt es Bordellgutscheine für Flüchtlinge, damit es weniger sexuelle Übergriffe auf Frauen gibt. Die Website Hoaxmap.org sammelt Gerüchte und checkt, ob irgendwas dran ist.

Das Ergebnis: Meistens ist nichts dran. Weder die Geschichte mit dem 86-Jährigen, der seine Wohnung zugunsten von Flüchtlingen verlassen muss, noch die Geschichte mit den Bordellgutscheinen für Flüchtlinge stimmen. Trotzdem verbreiten sich solche Hoaxes rasend schnell im Netz. Karolin aus Leipzig will mit ihrer Website Hoaxmap.org etwas dagegensetzen.

"Die Idee dazu ist im letzten Jahr gereift, als sich mit den Geflüchteten auch die Gerüchte verbreitet haben. Da wollte ich einfach Ordnung in das Schlamassel bringen."
Karolin

Jeder kann mitmachen

Hoaxmap richtet sich an alle, jeder kann mitmachen und Gerüchte aufklären. Ein Gerücht hat sich auch DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting unter den Nagel gerissen: "Asylanten klauen im Supermarkt, Kommune erstattet den Schaden". Die angebliche Geschichte: Marokkaner würden im Supermarkt klauen, das Personal müsse die Vorfälle verschweigen und eine Liste der geklauten Gegenstände erstellen, die würde dann an die Stadt Dresden gehen, die dann die Artikel erstatten würde. Gefunden hat Stephan Beuting das Gerücht auf einem Blog, der sich Volksbetrugspunkt nennt.

Einmal Gerücht und zurück

Stephan Beuting ruft Kai Schulz an. Der ist Pressesprecher der Stadt Dresden und sagt: "Und sind keine solchen Fälle bekannt, es gibt keinen Zahlungsverkehr mit Supermärkten." Auch die Sächsische Zeitung hat dazu recherchiert und festgestellt: Das Gerücht stimmt nicht.

Karolin von Hoaxmap.org wünscht sich, dass auch mehr Journalisten den Gerüchten nachgehen und recherchieren, was wirklich dahinter steckt. Außerdem könnte Hoaxmap.org eine wichtige Argumentationshilfe gegen schnell im Netz geteilte Gerüchte werden.

"Die Leute können nachschauen, ob in ihrer Region das ein oder andere Argument benutzt worden ist und widerlegen. Sie können mit den Daten arbeiten und schauen, wo gibt es regionale Schwerpunkte."
Karolin