Deutschland und die Europäische Union stehen noch immer unter Schock. Was mag der gewählte und ab Januar 2017 in sein Amt eingeführte neue Mister President tatsächlich alles umsetzen von dem, was er so großspurig verkündet hat? Europa steht still und wartet ab.

Wie James Bond scheint Trump aus der Hüfte zu schießen. Oder wie es der Politikwissenschaftler Claus Leggewie formuliert: Er liest nichts, er bearbeitet keine Akten, sondern handelt aus dem Bauch heraus. Ob Trump bei dieser Arbeitsweise seine Ideen für Europa auch so gut ausführen wird wie einst James Bond für Großbritannien, bezweifeln hierzulande wohl die allermeisten.

1963 musste Bond noch darum kämpfen, den Sowjets eine Dechiffriermaschine abzuluchsen. Im Kalten Krieg standen sich die verfeindeten Blöcke bekanntlich gegenüber, ohne auch nur ein Wort zu viel über sich verraten zu wollen. Doch jetzt scheinen sich zwei Staatsmänner so gut zu verstehen, dass die Liebesgrüße bereits aus der anderen Richtung verschickt werden: diesmal nach Moskau. Trump könnte mit Putin eine Brother-in-Arms-Politik anpeilen, die uns mitunter noch das Fürchten lehrt. Jedenfalls kennzeichnet Leggewie diesen Gedanken als einen, der unsere Stabilität in Europa erodieren könnte.

"Ich habe ganz andere Ängste: dass sich Putin und Trump verbünden und auf unserem Rücken gemeinsame Sache machen."

Große Zweifel hegt Leggewie auch an der Autorität Angela Merkels. Sie stehe in der EU inzwischen völlig allein da. Ihr fehle vermutlich die Kraft, sich den Plänen Trumps energisch genug entgegenstellen.

Leggewie hat das Psychogramm Donald Trumps in einem Vortrag am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen am 15. November 2016 nicht nur analysiert, sondern förmlich seziert. In seinem Thesenpapier kommt er zu dem Schluss, dass die Generation der unter 30-jährigen endlich aufstehen müsse für ihre Zukunft. In den USA ist sie erst nicht zur Wahl gegangen und hat danach protestiert. Keine Jugend, die Hoffnung macht im Sinne Leggewies.

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