Nach der Schule beginnt ein neues Leben, heißt es so schön. Dazu gehört auch: Raus aus dem Elternhaus und rein in die erste, eigene Wohnung oder WG und alle Freiheiten genießen. Doch siehe da: Fast zwei Drittel der 18- bis 24-Jährigen leben heute lieber bei ihren Eltern als in einer eigenen Wohnung oder einer WG. Warum ist das so?

Pizzakartons, die sich stapeln, Bierflaschen in der Ecke und niemanden, der einem sagt, dass endlich aufgestanden und aufgeräumt werden muss. Herrlich ist das Studentenleben ohne elterliche Kontrolle. Doch von wegen: Viele Studenten bleiben länger bei Mami und Papi als gedacht.

Kohle wichtiger als die eigenen vier Wände

Es gibt verschiedene Gründe, warum immer mehr Studenten lieber im Elternhaus bleiben. als auszuziehen. Peter Remke ist 22 Jahre alt, studiert Sport- und Lehramt in Wuppertal, wohnt aber nach wie vor bei seinen Eltern im nahe gelegenen Düsseldorf. Warum er geblieben ist?

"In erster Linie, weil es bequemer war, weil es finanzielle Vorteile hat und weil ich mich sehr gut mit meinen Eltern verstehe."
Peter Remke, Student

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts sind es mit 68 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen vor allem Männer, die ähnlich denken, wie Peter. Ihnen ist es wichtiger, finanziell unabhängig zu sein als räumlich. Es sind aber nicht nur die vielen Euros, die sich Studenten im Hotel Mama an Miete sparen, auch die Bequemlichkeit des gedeckten Tisches oder die Wäsche, die Mutti erledigt, sind als Vorteil nicht von der Hand zu weisen.

Auch scheinen die Zeiten vorbei, in denen junge Menschen in der Pubertät hart gegen die Eltern rebellieren. Immer mehr junge Studenten haben zu ihren Eltern ein freundschaftliches Verhältnis.

Frauen ticken etwas anders

Bei den befragten 18- bis 24-Jährigen Frauen zeigt sich, dass sie deutlich seltener im elterlichen Haushalt bleiben als ihre männlichen Altersgenossen. Bei Partnerschaften suchen sie sich eher Männer aus, die schon drei vier Jahre älter sind. Frauen sind daher im Schnitt jünger, wenn sie mit einem Mann in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Auch deshalb gibt es mehr Frauen als Männer, die früher von Zuhause ausziehen.

Dass es aber nicht nur Vorteile hat, als angehender Erwachsener noch zu Hause zu wohnen, weiß auch Peter. Er will in Kürze den Absprung wagen:

"Ein Nachteil ist natürlich, dass man ein bisschen Freiheit aufgibt. Es ist halt immer jemand zu Hause. Richtig für sich allein sein, ist da in vielen Fällen nicht möglich."
Peter Remke, Student