Die Zensur in China geht weiter: Jetzt wurde die App der New York Times aus dem App Store verbannt. Die chinesische Regierung hat dies angewiesen, Apple hat die Anweisung umgesetzt.

Eine der renommiertesten Zeitungen der Welt, die New York Times, hatte extra auch eine chinesischsprachige Variante ihrer App eingerichtet. Diese als auch die englische Version sind nun seit Weihnachten nicht mehr im App Store zu finden. Entsprechend spricht die Zeitung von einem "breiter angelegten Versuch, Leser in China am Zugang zur unabhängigen Berichterstattung der 'New York Times' über dieses Land zu hindern".

Schuld seien "lokale Vorschriften"

China hat die Sperrung angewiesen, technisch umgesetzt hat sie Apple als Betreiber des App Stores. Apple teilt mit, man sei darüber informiert worden, dass die App gegen "lokale Vorschriften" verstoße.

Die Sperrungen hatten begonnen (der normale Browser-Zugang zur New York Times ist auch schon gesperrt), als die Zeitung vor vier Jahren über die finanziellen Verhältnisse der Familie des damaligen Regierungschefs berichtet hatte. Das passte den Behörden ganz und gar nicht.

Zensurapparat China

Eingerichtet wurde die umfassende Zensur 2003. Als dann die Sozialen Netzwerke ihren Aufstieg hatten, wurde der sogenannte Schutzschild massiv ausgeweitet. Seit 2009 sind Twitter und Facebook gesperrt, Instagram seit 2014.