"Ist dir nicht kalt?", haben besorgte Mütter uns früher immer gefragt. Armin Opherden musste sich diese Frage sicherlich häufig gefallen lassen. Denn der Mann friert einfach nicht. Auch nicht bei null Grad und im T-Shirt.

Natürlich trägt Armin Opherden beim Besuch im Studio ein kurzärmeliges Hemd, während das DRadio-Wissen-Team sich lieber in Wolle einmummelt. Kalt ist ihm dem 50-Jährigen aus Monheim einfach nicht. Offenbar auch nicht seiner Haut: Keine Gänsehaut weit und breit.

​Ist das gefährlich?

Eine Anomalie? Eiskaltes Training? Oder einfach Robustheit? Armin Opherden hat sich von allerlei Ärzten und Spezialisten durchchecken lassen. Fehlende Kälterezeptoren sind nicht die Ursache. Er sagt: "Ich spüre die Kälte, aber sie macht mir nichts aus." Auch andere körperliche Ursachen ließen sich nicht erkennen. Ganz im Gegenteil, gesundheitlich geht es ihm bestens: An Schnupfen oder Erkältungen kann er sich nicht erinnern.

"Ich bin als Kind immer viel draußen gewesen, auch oft nass geworden. Und so trat dann irgendwann eine Abhärtung ein."
Armin Opherden

Früher, sagt Armin Opherden, habe er sich höchstens anderen zu Liebe wärmer angezogen. Sie fanden es verwunderlich, wenn er ohne Jacke durch die Gegend lief. Heute lässt er sich davon nicht beeindrucken und spaziert auch im T-Shirt am Rhein entlang, wenn der Wind eiskalt pfeift. Negative Reaktionen kann er nicht verstehen: "Nur weil etwas anders oder ungewohnt ist, ist es noch lange nicht schlecht oder nicht normal."

"Ich habe irgendwo im Schrank auch langärmelige Hemden, aber die werden nie gebraucht."
Armin Opherden

Wer schon mal an einem winterlichen Samstagabend in London aus war, weiß übrigens, dass es durchaus unterschiedliches Kälteempfinden gibt. Denn selbst offene Schuhe und Kleider - natürlich ohne Strumpfhose - sind für einige Britinnen offenbar kein Problem.

Armin Opherden weiß mittlerweile, wo seine Grenzen sind: Bei 15 Grad Minus hat auch er gemerkt, muss er seinen Körper mehr vor der Kälte schützen. Zuhause bei den Opherdens ist die Heizung zudem nicht tabu und Aufwärmen definitiv erlaubt: "Ich mag natürlich auch die Behaglichkeit daheim", sagt der Familienvater.

Baggersee im Februar

Sein Hobby passt perfekt: Er ist Hobbymeterologe und macht Fotos von Wetterphänomenen. Hier muss er keine Rücksicht auf Wetterlagen nehmen oder sich umständlich mit unpraktischen Handschuhen herumplagen. Am Morgen vor unserem Interview war er übrigens im Baggersee baden. Dorthin ist er mit dem Fahrrad gefahren - in T-Shirt und kurzer Hose. Und das mitten im Februar.