Eigentlich ist Kalifornien ein Dürre-Staat. Doch jetzt schüttet es im Westen der USA so extrem, dass sogar ein riesiger Staudamm von einem Bruch bedroht ist.

Es herrscht Katastrophenstimmung in Kalifornien, zumindest in einigen Regionen: Fast 200.000 Menschen haben sich in Sicherheit gebracht, weil der riesige Oroville-Staudamm 125 Kilometer nördlich von Sacramento zu brechen droht. Der Notabflusskanal des Staudamms weise starke Schäden auf. Bei einem Bruch müsse mit einer nicht kontrollierbaren Überflutung gerechnet werden, warnt der nationale Wetterdienst.

Kalifornien braucht die Wassermassen

Schuld ist das Wetter. Seit Tagen regnet es im amerikanischen Sonnenstaat, manche Regionen standen wegen der heftigen Regenfälle unter Wasser. Menschen mussten aus ihren Häusern gerettet werden, nachdem der Fluss San Lorenzo über seine Ufer getreten war. Es ist der nasseste Winter seit Jahren. Und dabei braucht Kalifornien genau dieses Regenwetter, sagt Korrespondentin Nicole Markwald: Im Bundesstaat herrscht seit drei Jahren der Dürre-Notstand.

"Es gibt Maßnahmen, um den Wasserverbrauch in Kalifornien zu senken. Grundsätzlich ändert das nichts an der Tatsache, dass die Kalifornier zu viel Wasser verbrauchen."
Nicole Markwald, Kalifornien-Korrespondentin

Absurd ist dabei, dass Kalifornien trotz der gewaltigen Wassermassen gerade trotzdem nicht genügend Wasser zur Verfügung hat. Im Norden regnet es in einer kurzen Winterphase sehr stark, im Süden so gut wie gar nicht. Über ein wahnsinnig kompliziertes System von Staudämmen und Kanälen wird das Wasser in den Süden geleitet - in Kalifornien gibt es mehr als 1000 Wasserreservoirs.

"Die Amerikaner haben nicht gelernt, mit Wasser haus zu halten."
Nicole Markwald, Kalifornien-Korrespondentin

Die Kalifornier verbrauchen einfach zu viel Wasser. Das fängt damit an, dass die Menschen sehr gerne ihren Garten wässern, um ihn trotz der Hitze grün zu halten. Das Ganze gipfelt dann aber in der industriellen Landwirtschaft, sagt Nicole Markwald. "Kalifornien stellt zwei Drittel der gesamten Obst- und Gemüseproduktion der USA."