Nach einem Rennen sind die Tiere völlig erschöpft. Aber in ihrer Freizeit schwelgen Rennkamele im Luxus: Sie bekommen leckerste Kost, baden im eigenen Swimmingpool und fliegen per Privatjet.

Wir in Europa lieben Fußball, die US-Amerikaner verehren Football oder Basketball und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Kamelrennen der absolute Hit. Die richtig guten Kamele gehören dem jeweiligen Herrscherhaus. Entweder dem Scheich selbst oder einem seiner Brüder oder Schwager.

"Früher haben Kamele für eine Strecke von acht Kilometern 15 Minuten gebraucht, heute brauchen sie dank dieser Spezialnahrung zwei Minuten weniger."
Mario Ludwig über die Spezialnahrung von Rennkamelen

Schnelle Kamele, die viele Siege einfahren, sind ein Statussymbol. Sie sind viel Wert und kosten bis zu fünf Millionen Euro. Sie leben in Luxusunterkünften, haben einen Swimmingpool und fliegen im eigenen Jet zu Rennen nach Dubai oder Katar. Auch ihr Futter ist vom Feinsten: Es wird aus einer Mischung aus Honig, Milch, Datteln, Getreide, Eiern und modernsten Nahrungsergänzungsmitteln hergestellt.

Kampf gegen Kamel-Doping

Doping gehörte lange zum Alltag des Kamelrennsports. Alle Mittel, die auch bei Menschen eingesetzt werden, wurden den Kamelen verabreicht. Und auch alle anderen Formen des Dopings kamen zur Anwendung:

  • Koffein
  • Steroide
  • Blutwäsche
  • Erythropoetin (Epo)
  • Wachstumshormone

Die Ausmaße des Dopings waren schließlich so katastrophal, dass die "Camel Racing Association" Doping unter Strafe stellte. Ein deutscher Veterinärmediziner hat einen Kamel-Doping-Test entwickelt. Die ersten drei Kamele, die bei einem Rennen über die Ziellinie laufen, kommen um diesen Test nicht herum. Wer beim Doping als Ersttäter erwischt wird, erhält als Strafe eine Sperre und das Kamel wird für ein Jahr von allen Rennen gesperrt. Diese Sperre gilt nur für die Kamele, nicht für die Halter. Bei einem Wiederholungstäter werden alle zum Stall gehörigen Kamele gesperrt.

Ausbeutung von Kinderjockeys

Bis vor zehn Jahren war es üblich, dass die Rennkamele von Kinderjockeys geritten und gelenkt wurden. Die Kinder waren zwischen vier und sechs Jahren alt und wurden ihren Eltern in den Elendsvierteln von Indien, Bangladesch und Indien oftmals für umgerechnet zwanzig US-Dollar abgekauft. Die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen führten zu weltweiten Protesten. Daraufhin wurde der Einsatz von Kinderjockeys verboten.

Kamelrennen.
© dpa
"Ein künstlicher Roboter-Jockey ist mit GPS ausgestattet. Er kann den Herzschlag von seinem Kamel messen, er überträgt die Stimme seines Trainers und wiegt gerade mal acht Kilo."
Mario Ludwig über Roboter-Jockeys

Eine Schweizer Firma entwickelte schließlich Roboter-Jockeys. Anfangs waren sie sehr einfach gebaut und hatten nur wenig Features. Inzwischen können sie den Herzschlag und die Geschwindigkeit des Kamels messen und auch die Stimme des Trainers übertragen, der meist in einem Jeep neben dem Kamel her fährt und beispielsweise auch die Taktung der Peitschenhiebe erhöhen kann.