Stromberg kommt ins Kino und zeigt uns, wie furchtbar Chefs sein können. Dabei kommen die Eskapaden des Büro-Tyrannen kaum an die Realität heran, die ist manchmal nämlich noch viel furchtbarer.

Sachbearbeiter Ernie wird als "Zellhaufen" beschrieben, der Mitarbeiter aus Indien ist grundsätzlich "Gandhi" und Kolleginnen werden gerne aufs Äußere reduziert. Bernd Stromberg, der von Christoph Maria Herbst gespielte Versicherungsmann, ist ein Widerling, wie man ihn sich abstoßender kaum vorstellen mag. Dass er dabei auch noch Mitleid erregt, gehört zur spannenden Facette dieser Figur. Dabei kratzt das nur an der Oberfläche dessen, was manche Mitarbeiter sich im Büro von ihren Vorgesetzten anhören müssen.

Wie Chefs ihren Mitarbeitern das Leben zur Hölle machen

"Riechen Sie das auch an Ihnen? Ich hoffe doch sehr, Sie sind in Hundescheiße getreten?!", könnte ein typischer Spruch aus dem Stromberg-Film sein. Ist es aber nicht, leider. Auf dem Blog Badass Boss sammeln Stojan Rudan und Michael Kötting üble Chef-Sprüche aus dem Büroalltag. Und wenn der Boss an seiner Verkäuferin vor allem das niedliche Aussehen gepaart mit Nuttencharme zu schätzen weiß, wird es vielleicht Zeit, sich nach einem neuen Job umzusehen.

"Kompetente Mitarbeiter sind wie Einhörner. Sie sind selten. Aber es gibt sie."

Dabei muss das alles keine böse Absicht sein. Viele Chefs bekommen nämlich gar nicht mit, dass ihrer Bemerkungen vielleicht gar nicht so gut ankommen, wie sie denken, erklärt Tim Hagemann, Professor an der Fachhochschule der Diakonie, Berlin. Er ist Gesundheitspsychologe mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Burnoutprävention. Er rät dazu, das Gespräch mit dem Chef zu suchen. Und wenn man ganz mutig und verzweifelt ist, könnte man es mit paradoxer Intervention versuchen - und ausnahmsweise selbst mit Unverschämtheiten um sich werfen.