An Silvester gab es mehrere Dutzend gewalttätige Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof. Zeugen berichten von Frauen, die von Tätern umringt, begrapscht und verhöhnt wurden. Unser Kollege Alexander Schoen war in der Silvesternacht dort.

Alexander Schoen sorgt im DRadio-Wissen-Team hinter den Kulissen dafür, dass das Programm läuft. In der Silvesternacht war er am Kölner Hauptbahnhof. Als freiwilliger Helfer betreut er Flüchtlinge bei der Ankunft und der Durchreise. Er hilft oft nachts im Hauptbahnhof. An Silvester war es dort sehr viel voller als sonst.

"Es sind nicht diese Flüchtlinge, von denen wir seit dem Sommer reden, für die wir am Hauptbahnhof sind, um zu helfen. Denn genau diese Flüchtlinge haben selber Angst und müssen von uns geschützt werden vor diesen Gruppen."
Alexander Schoen arbeitet bei DRadio Wissen und ist ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer

Die Polizei hatte Gleise gesperrt, weshalb vor manchen Aufgängen kein Durchkommen mehr war. "Viele Menschen waren in Feierlaune, viel Alkohol - hier und da auch Aggressionen", berichtet Alexander Schoen. Besonders sogenannte Intensivtäter, die er und seine Kollegen jeden Abend begegnen, waren auch unterwegs. "Wir hatten das Gefühl, die sind aktiver an dem Abend." Diese Intensivtäter sind junge Männer Mitte 20 und polizeibekannt.

Intensivtäter in Köln

Dass es sich bei den Männergruppen um aktuelle Flüchtlinge handelt, kann Alexander Schoen nicht bestätigen. Im Gegenteil: "Es sind nicht diese Flüchtlinge, von denen wir seit dem Sommer reden." Es sind organisierte Intensivtäter die die Lage ausnutzen. Die Flüchtlingshelfer schützen die Ankommenden vor diesen Männern, die es auf das Gepäck und das Geld der Flüchtlinge abgesehen haben.

"Es gab kein Durchkommen, weil die Polizei Gleise gesperrt hatte."
Alexander Schoen arbeitet bei DRadio Wissen und ist ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer

Alexander Schoen fühlt sich abends und nachts sicher am Kölner Hauptbahnhof. Die DB-Sicherheit und die Polizei sind dort präsent, sagt er. Als Ortsfremder, Flüchtling oder Tourist ist das aber vielleicht anders, räumt er ein. Jetzt wird die Silvesternacht in Köln mit der Flüchtlingsdebatte vermischt. Auf der Facebookseite von City of Hope entgleisen die Kommentare bereits und auch am Hauptbahnhof müssen sich Alexander Schoen und seine Mithelfer üble Sprüche anhören.