Beim Flugzeugabsturz in Kolumbien, in der Nähe der Hauptstadt Medellín sind mindestens 71 Menschen ums Leben gekommen. Sechs Menschen sollen das Unglück überlebt haben. Die Ursache ist noch ungeklärt. An Bord war auch eine brasilianische Fußballmannschaft. Der Fußballclub Chapecoense war auf dem Weg zum Finale der Copa Sudamericana.

Die Mannschaft sollte in Medellín das Hinspiel im Finale des Südamerika-Cups - vergleichbar mit der Europa-League - gegen Atlético Nacional Medellín bestreiten. Die Maschine der bolivianischen Gesellschaft Lamia hatte 68 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder an Bord, als sie um 22.34 Uhr Ortszeit in der Nähe von Medellín in bergigem Gelände abstürzte. Sechs Menschen sollen das Unglück überlebt haben, darunter auch drei Fußballer. Inzwischen gibt es jedoch auch Meldungen, in denen es heißt, dass ein weiterer Überlebender verstorben sei.

Chapecoense Real wurde 1973 in Chapeco im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gegründet. Der Verein zählte lange Zeit eher zu den kleinen Clubs, erlebte zuletzt aber große Erfolge. Nach zwei Jahrzehnten in unteren Ligen war das Team 2014 in die erste Liga aufgestiegen. In dieser Saison war Chapecoense auf dem Weg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Weltweit gab es Beileidsbekunden und Anteilnahme - vor allem von Fußballern und Clubs. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol hat inzwischen das Finale des Copa Sudamericana abgesagt. Der eigentliche Finalgegner Atlético Nacional Medellín hat jetzt eine Anfrage gestellt, ob der Verband der südamerikanischen Fußballkonföderation den Titel nicht als Zeichen der Anteilnahme Chapecoese überlassen könne.

Flugzeugunglücke mit Mannschaften an Bord

In der Geschichte gab es schon ähnliche Unglücke, bei denen ganze Fußballmannschaften betroffen waren. 1993 zum Beispiel stürzte eine Maschine ab, in der fast alle Stammspieler der Nationalmannschaft von Sambia saßen. Im Februar 1958 verunglückte in München ein Flugzeug beim Start. An Bord die englische Meistermannschaft Manchester United. Damals starben 23 Menschen, darunter auch acht Spieler.

Drama in den Anden

Einer der international bekanntesten, weil auch dramatischsten, Flugzeugunglücke mit einer Mannschaft war der Absturz der uruguayischen Militärmaschine, deren 40 Passagiere Mitglieder, Betreuer und Angehörige der Rugby-Union-Mannschaft Old Christian’s Club waren. Das Flugzeug stürzte auf dem Weg nach Santiago de Chile, wo die Mannschaft ein Freundschaftsspiel absolvieren sollte, in den Anden in 4000 Meter Höhe ab. Von den insgesamt 45 Insassen überlebten 16. Eine ihrer Überlebensstrategien in der extremen Höhe und Kälte war Kannibalismus.