Er ist zurück und das ist auch gut so: Der Newsletter spricht uns persönlich an und bietet uns eine handverlesene Auswahl an Infos - von einem Autor oder Magazin unseres Vertrauens.

Dass Newsletter wieder beliebt sind, ist nicht ganz neu. Der von quartz zum Beispiel flattert schon seit einer Weile täglich in unser Postfach, Schauspielerin und Autorin Lena Dunham ist mit ihrem Lenny-Letter erfolgreich. Seit dieser Woche neu: Clover, ein Newsletter, der sich vor allem an Teenies richtet, wie die New York Times berichtet. Herausgegeben wird er von zwei Frauen, beide 28, die vorher bei Nylon und bei Teen Vogue gearbeitet haben.

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Der Newsletter ist zurück und das lässt sich auch mit Zahlen untermauern - zumindest für die USA. Laut einer Umfrage von Ypulse, einem Marktforschungsinstitut speziell für Millenials, beziehen 45 Prozent der Frauen zwischen 13 und 33 Jahren einen täglichen oder wöchentlichen Newsletter per Mail. Die neuen Newsletter machen allerdings einiges anders als die alten, erklärt DRadio-Wissen-Autorin Anna Kohn: "Sie sind ein Zwischending zwischen persönlicher Mail und Info." Sie sprechen den Leser direkt an und sagen in den Überschriften oder einer Übersicht sehr klar, worum es geht.

"Es gibt Untersuchungen, dass wir im Durchschnitt nur 51 Sekunden mit einem E-Mail-Newsletter verbringen. Wenn die Autoren ihre Abonnenten dazu bringen wollen, mehr zu lesen, müssen sie sehr deutlich sein."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Auch am Design wurde geschraubt. Lenny zum Beispiel ist oft mit Grafiken aufgehübscht. "Das muss auch sein", sagt Anna Kohn, "weil wir Instagram und Pinterest haben und daran gewöhnt sind, dass Sachen im Netz eine gute Ästhetik haben."

Vorteile gegenüber Facebook und Twitter

Newsletter-Abonnenten vertrauen darauf, dass der Absender ihnen aus dem ganzen Wust an Infos, die im Netz herumschwirren, das Wichtigste heraussucht. Außerdem können Sie - anders als bei Facebook - mit dem Zuschnitt des Newsletters bestimmen, aus welchem Themenfeld sie Infos bekommen möchten. Im Gegensatz zu Twitter bieten Newsletter außerdem mehr Platz und sind oft persönlicher - fast wie eine private Mail-Unterhaltung. Und: Die E-Mail wartet und schlummert so lange im Postfach, bis der Nutzer Zeit hat, sie zu lesen - während Twitter und Facebook immer weiter tickern.

"Newsletter funktionieren wie die erste Seite der Zeitung. Wenn du die überflogen hast, kannst du auch sicher sein, das Wichtigste für den Tag mitbekommen zu haben."
Anna Kohn, DRadio Wissen

Die Newsletter-Absender haben den Vorteil, dass nicht Facebook entscheidet, was wann in der Chronik der Nutzer auftaucht, sondern - sie können die Nutzer mit ihren Inhalten direkt ansprechen und können dadurch auch auf mehr Aufmerksamkeit hoffen: "Wenn die Leute erst mal ihre E-Mail-Adresse rübergeschoben haben", sagt Anna Kohn, "dann hat man auch eine gute Chance, sie auch wirklich zu erreichen - also dass sie die Mail in ihrem Postfach auch öffnen."