Die Grünen diskutieren sich die Köpfe heiß und bereiten sich auf die Bundestagswahl 2017 vor. Wichtiger Punkt: Warum sollten die Wähler der Partei noch ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel geben? Vor allem jüngere Wähler fragen sich das. Und wir fragen Grünen-Politiker Konstantin von Notz.

Die Grünen sitzen ein wenig zwischen den Stühlen: In Baden-Württemberg sind sie konservativ, ihr Ministerpräsident Winfried Kretschmann dort führt eine Koalition mit der CDU als Juniorpartner an. Auf der anderen Seite arbeitet die Partei in Berlin mit der SPD und der Linken zusammen. So ist es ist gar nicht so eindeutig, wo im politischen Spektrum die Grünen zu verorten sind. In aktuellen Umfragen bekommen sie etwa neun bis zehn Prozent der Stimmen. Das war schon einmal deutlich besser.

Gemeinsam mit CDU, SPD, Linken...

Grünen-Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender Konstantin von Notz verteidigt seine Partei. Dass die Grünen mal mit der CDU, mal mit der SPD koalieren, sei ein Phänomen unserer Zeit: "Durch drei Parteienkonstellationen und die unterschiedlichen Wahlergebnisse muss man unterschiedliche Koalitionen eingehen", sagt der Experte für Innen- und Netzpolitik, "und dabei muss man seinen Markenkern bewahren." Bei elf Landesregierungen mit grüner Beteiligung funktioniere das ganz gut.

"Wir versuchen nicht, auf Teufel komm raus zu regieren."
Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion

Bei der letzten Bundestagswahl ist es für die Grünen zumindest rechnerisch möglich gewesen, gemeinsam mit der CDU die Regierung unter Angela Merkel zu bilden. Die Partei entschied sich damals gegen schwarz-grün. "Wir sind damals sehr hart dafür kritisiert worden", sagt Konstantin von Notz. "Und es ist immer eine sehr harte Entscheidung, nicht zu reagieren, und das große Koaltionen machen zu lassen." Wenn aber grüne Inhalte möglich seien, versuche die Partei auch in der Regierung mitzugestalten.

Weniger junge Wähler bei den Grünen

Die Partei ist alt geworden, junge Wähler spricht sie weniger an: Von 80 Prozent ist der Anteil der unter 35-Jährigen auf 10 Prozent gesunken, führt die Bundeszentrale für politische Bildung auf. Der Grünen-Wähler ist inzwischen eher konservativ, verdient gut und trennt Müll. Auch wenn Konstantin von Notz der Meinung ist, dass die Grünen-Schwerpunkten im digitalen und umweltpolitischen Bereich weiterhin für jüngere Wähler interessant seien.