Faire Telefone, faires Wasser, faire Mützen - immer häufiger werden Produkte mit einem sozialen Zusatznutzen ausgestattet. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten - außer für den Geldbeutel der Konsumenten vielleicht.

Zwei junge Männer mit Mützen bei einer Schneeballschlacht und ein Gruppe Seniorinnen, die diese Mützen häkelt.
Alte Liebe

Häkelmützen mit sozialem Nutzen

Wenn von sozialem Engagement die Rede ist, blicken wir gerne in ferne Länder. Elisa Steltner und Nadja Ruby haben sich vor der eigenen Haustür umgesehen - in Kassel und ein grenzübergreifendes Projekt ins Leben gerufen - mit Häkelmützen.

Surfer tragen gerne Mützen, haben die Studentinnen Elisa Steltner und Nadja Ruby festgestellt - und ältere Damen beherrschen dieses Handwerk wie kaum jemand sonst. Warum also nicht Beides miteinander verweben? Schließlich haben die meisten Seniorinnen nicht genügend Familienmitglieder, um sich ganzjährig diesem Hobby hinzugeben. Aber wenn Häkelmützen so beliebt sind, lassen sie sich ja vielleicht anderweitig unters Volk bringen.

Genau das haben Elisa und Nadja dann auch gemacht. Sie haben Wolle besorgt und in einem Seniorenheim in Kassel ältere Damen gefunden, die einfach gerne häkeln. Nicht so piefige Mützen. Nein, richtig schicke Beanies, Stirnbänder und Pudelmützen - also das, was grade so angesagt ist beim hippen Volk da draußen.

Aber Alte Liebe schröpft nicht etwa nette alte Damen, die ehrenamtlich Mützen häkeln. Alte Liebe will etwas zurückgeben. Und so verpackt jede Seniorin ihre Mütze, signiert sie und legt eine Postkarte bei. Mit der können sich die Käufer bei ihrer Mützenhäklerin bedanken. Eine von ihnen ist Elisabeth Götze, 92 Jahre alt. Sie freut sich über die Beschäftigung - und über die vielen Danke-Postkarten, die sie erreichen.

"Die bedanken sich und freuen sich, dass wir sowas machen."
Elisabeth Götze (92) häkelt ehrenamtlich Mützen

Von den Einnahmen werden kleine Busreisen für die Seniorinnen organisiert oder mal ein schickes Abendessen. Seit zwei Jahren beteiligt sich Alte Liebe außerdem am Projekt "Jede Oma zählt". Das Projekt unterstützt Großmütter in Afrika, die sich um die vielen Aidswaisen kümmern und dadurch oft selbst in große Schwierigkeiten geraten.