Wie werden wir genial? Und was können wir von großen Geistern von Goethe bis Murakami lernen? Am besten eine Routine aneignen - und unsere Gedanken auch mal abschweifen lassen.

Von neun bis vier Uhr schlafen, von vier bis zwölf kreative Arbeit, von zwölf bis eins Sport und von eins bis abends um neun Freizeit - das ist der Tagesablauf des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami.

Zu sehen ist diese Tagesroutine in einer hübschen Grafik, die gerade wieder mal durchs Netz gereicht wird - da ist aufgelistet, wie berühmte Künstler und Wissenschaftler ihren Tag strukturieren. Der Masterplan? Den gibt es nicht. Langschläger, Frühaufsteher? Alles egal - wichtig ist die Routine. Die meisten Geistesgrößen arbeiten direkt nach dem Aufstehen. Das kann helfen, muss aber nicht, sagt der Kreativitätsforscher Rainer Matthias Holm-Hadulla. Goethe oder Thomas Mann hätten für sich herausgefunden, wann sie am besten arbeiten können – und dann daraus ein Ritual gemacht. In ihrem Fall war das direkt nach dem Aufstehen.

"Was für eine Routine und welches Ritual für dich passt, musst du per trial and error rausfinden."
Anna Kohn, ganz routiniert

Wie man das passende Ritual findet? Ausprobieren und natürlich die eigenen Lebensumstände miteinbeziehen. Schwierig ist oft die Sache mit der Disziplin - gerade bei Schriftstellern, die ihre Zeit frei einteilen können, aber auch müssen.

Was der Kreativität noch auf die Sprünge hilft: Eine feste Zeitspanne auswählen, in der gearbeitet wird - und danach eben nicht mehr. So hat Thomas Mann am Nachmittag nur gelesen und Briefe geschrieben.

Klar ist: Nur Arbeiten ist schlecht für das Gehirn. Wir brauchen Ruhephasen. Und am kreativsten sind wird, wenn wir zwischen konzentriertem Arbeiten und freiem Herumfantasieren hin- und herwechseln.