In jedem Supermarkt gibt es inzwischen Bioprodukte, sogar im billigen Discounter. Bio ist aber nicht gleich Bio, es gibt auch das extragute Bio, sagen jedenfalls die klassischen Biomärkte und Naturkostläden.

Bio-Supermärkte haben ein Problem: Die riesige Konkurrenz aus den ganz normalen Supermärkten macht ihnen das Geschäft kaputt. Inzwischen gibt es kaum einen Laden, der seine Regale nicht auch mit Bioprodukten vollstopft. Die vegane Supermarktkette Veganz zum Beispiel muss darum viele seiner Filialen schließen, weil da niemand mehr hingeht, und auch kleine Bioläden sind betroffen.

Ein strengeres Bio

Die Bioverbände wie Demeter, Bioland oder Naturland feilen aber schon an einer Lösung: Sie wollen noch mehr Bio sein als das normale Bio. Genauer gesagt: Sie bieten Bioprodukte an, die nach noch strengeren Regeln und noch umweltverträglicher produziert worden sind. Neue Siegel sollen das belegen.

Das sind die Standards von Biosiegeln

Nach der EU-Ökoverordnung gelten einige Voraussetzungen, bevor sich irgendein Produkt Bio nennen darf. Das sind:

  • Verzicht auf Kunstdünger
  • Verzicht auf Pestizide
  • Verzicht auf Gentechnik
  • Verzicht auf Behandlung mit Strahlung
  • Beachtung von Fruchtfolgen

Darauf könnt ihr euch verlassen, wenn auf der Gurke ein in der EU zugelassenes Biosiegel klebt. Daran halten sich auch die strengeren Siegel von Bioland, Naturland und Demeter. Deren Standards gehen aber noch ein wenig weiter.

"Unterschiede gibt es vor allem in der Tierhaltung", erklärt Georg Ehring aus unserer Umweltredaktion. "Das ist eine Sache, wo die Bioverbände deutlich über die EU-Ökoverordnung hinaus gehen." Die Produkte mit normalen Biosiegeln und den strengeren Bio-Siegeln unterscheiden sich aber nicht sonderlich - es sei denn, es geht euch besonders ums Tierwohl.

Ein Beispiel: Nach der EU-Bioregel dürfen auf einem Hektar 230 Legehennen leben, bei den Ökoverbänden sind es nur 140. "Den Tieren geht es also besser", sagt Georg Ehring, "sie legen aber so ungefähr die gleichen Eier". Auch für die Umwelt ist das strengere Siegel ein wenig besser.

"Wenn es um Gesundheit geht, ist es nicht entscheidend, ob man überhaupt Bio kauft. Denn gesundheitliche Vorteile von Bio gegenüber konventionell hat noch keiner nachweisen können."
Georg Ehring, Umweltredaktion Deutschlandradio