Eva ist Schuhmacherin in Leipzig. Im Laden "Fußgänger" fertigen Eva und ihre Kollegen maßgefertigte Einzelstücke für bis zu 1500 Euro an.

Material ohne Seele - so nennt die 27-Jährige Schuhe aus den Geschäften in der Fußgängerzone. Ihre Lehre als Schuhmacherin hat die Leipzigerin mit den roten Haaren gerade abgeschlossen. Sie war nur eine von fünf Auszubildenden in diesem Bereich in ganz Deutschland.

"Ich mag Leder einfach. Ich riech's gerne, ich fühl's gerne… Schuhe fand ich auch schon immer schön."
Eva, Schuhmacherin aus Leipzig

Ungefähr alle zehn Minuten betritt ein Kunde die Schuhmacherei im Leipziger Süden. Darunter sind auch viele Menschen mit einem normalen Gehalt, denen Qualität einfach wichtig ist.

Das Hauptgeschäft von Eva und ihren Kollegen sind aber Reparaturen. Um die 40 Schuhpaare flicken sie pro Woche. Die Fertigung von Einzelstücken kommt dagegen wesentlich seltener vor: 50 Mal im Jahr holt ein Kunde ein Paar Maßschuhe ab, das ist dann auch immer ein besonderes Ereignis. Trotzdem kommen die Schuhmacher mit den Aufträgen fast nicht mehr hinterher.

Schuhmacherin Eva in der Werkstatt des "Fußgänger" in Leipzig

Die Schuhmacher arbeiten 30 bis 40 Stunden an einem handgefertigten Paar Schuhe. Für einen guten Schuh braucht Eva die Pressen, die beinahe 100 Jahre alt sind, Pyromaterial, Kork, Hammer, Nägel, Ledersohlen, Kleber und Musik: In der Werkstatt läuft meistens Rock oder Ska, manchmal auch Elektro oder Reggae.

"Ein Schuh ist erst ab 300 Euro gut genug, dass man ihn über Jahrzehnte erhalten kann."
Eva, Schuhmacherin aus Leipzig

Eva selbst besitzt vier Paar handgefertigte Schuhe, aber auch ein paar Klassiker aus den kommerziellen Schuhläden: Turnschuhe, Winterstiefel, Ballerinas.

Für die richtige Schuhpflege hat Eva uns ein paar Tipps gegeben:

  • nasse Schuhe mit Papier ausstopfen und nicht auf die Heizung stellen - Hitze beschädigt die Klebstoffe
  • Wechselschuhe parat haben
  • so geht die richtige Lederpflege: Das alte Fett abwaschen, dann neu einfetten