Foodora und Deliveroo übernehmen den Lieferdienst von Restaurants, die nicht selbst liefern. Wir wollten herausfinden, was genau die beiden Dienste können, ob die Wunschspeise warm auf dem heimischen Teller landet und wie die Konditionen der Fahrer sind.

Es ist fast schon eine kleine Armee, die da unterwegs ist: 1600 Radfahrer setzt der Essen-Lieferservice Foodora allein in Deutschland ein. In 14 Städten ist das Unternehmen aktiv - Konkurrent Deliveroo immerhin in 6 Städten. Man erkennt die Fahrer an den pinken und hellblauen Jacken sowie an den riesigen schwarzen Rucksäcken. Unser Reporter Robert Ackermann hat Bestellungen aufgegeben und sich mit einem Fahrer unterhalten.

Die Idee

Möchten wir ein Essen bei einem Restaurant ohne Lieferdienst bestellen, können wir es selbst dort abholen oder eben einen der beiden Dienste beauftragen. Beide Start-Ups arbeiten mit Radfahrern und man kann unterschiedlichstes Essen bestellen: vietnamesisch bis vegane Gerichte zum Beispiel.

Die Bestellung

Auf der Website der Lieferdienste wird die eigene Adresse eingegeben. Dann kann bei Restaurants in der Nähe bestellt werden und ein Computer schickt die Bestellung direkt in die Küche der Restaurants. Kurz bevor das Essen fertig ist, kriegen die Fahrer einen Auftrag auf ihr Handy. Genannt werden dabei die Abhol- und die Zieladresse. Laut den Websites von Foodora und Deliveroo ist die Lieferung etwa eine halbe Stunde später da.

Die Lieferung

In den Google-Bewertungen von Leuten, die bereits bestellt haben, ist zu lesen, dass sich viele Leute über spätes oder versudeltes Essen beschweren. Auch die von DRadio Wissen-Reporter Robert Ackermann bestellten vegetarischen Burritos bei Deliveroo kam nicht so, wie er es sich gewünscht hatte. Sie waren zu spät, kalt und mit Fleisch. Wer die Bestellung vergeigt hat, war Robert, der sich hungrig auf sein Essen freut, im Prinzip egal. Im Zweifel bekommt aber der Fahrer den Ärger ab.

Der Job als Fahrer

Deliveroo zahlt mit 7,50 Euro pro Stunde unter dem Mindestlohn. Dazu kommen ein bis drei Euro zusätzlich pro Lieferung. Mitzubringen von den Fahrern sind eigene Räder und Handys, gegen Unfälle sind die Fahrer nicht versichert. Unser Reporter ist mit Jason mitgeradelt. Der US-Amerikaner liefert in Berlin für Deliveroo aus.

"Ich habe immer Angst, weil die Autofahrer so chaotisch fahren. Ich muss immer aufpassen, weil es keine Versicherung gibt und wenn es etwas passiert, kannst du nicht mehr arbeiten."
Jason ist Lieferant von Deliveroo

Bei Foodora arbeiten vor allem Minijobber. Die meisten bekommen zwischen 8,50 und 9 Euro pro Stunde. Aber die Foodora-Lieferanten sind angeblich versichert. Hinsichtlich des geringen Stundensatzes argumentiert Foodora, dass die Fahrer darüber hinaus auch noch Trinkgeld bekommen.

Die Restaurants

Ob die ganze Sache für die Restaurants rentabel ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Für einige ja, grundsätzlich geben die Gastronomen allerdings ungern Auskunft. Interessant für die Restaurants ist, auf den Plattformen zu erscheinen. Denn wer das Restaurant dort kennenlernt, kommt vielleicht auch einmal selbst vorbei.

Für Gastronomen, die gerne liefern möchten, es selbst aber nicht hinbekommen, sind die Bringdienste eine gute Option: Alem Hublic, der Chef eines Burgerladens in Berlin-Kreuzberg, erzählte unserem Reporter, dass sie schon früher versucht hätten, selbst zu liefern. Die Lieferung habe aber nie in Sachen Timing funktioniert. Für Alem ist die ganze Sache damit eine gute Möglichkeit.

Klar ist, dass die Restaurants eine Provision an die Lieferdienste abtreten. Bei Foodora ist das - je nach Vertrag - bis zu einem Drittel. Einige Restaurants geben die Kosten an ihre Kunden weiter.

Vor- und Nachteile

Insgesamt ist es toll, das Lieblingsessen bestellen zu können, auch wenn das Restaurant keine eigenen Fahrer beschäftigt. Mit etwas Glück kommt es auch warm bei uns an. Aber vor allem für die Fahrer sind die Bedingungen alles andere als gut. Für teilnehmende Restaurants entstehen Kosten, um den Lieferservice anbieten zu können. Und diese werden - logischerweise - an den, der bestellt, ganz oder in Teilen weitergereicht.