Das Deutsche verfällt! Es gibt viel zu viele Anglizismen! Unsere Sprache verkommt! Sie verliert an Bedeutung! Doch stimmt das wirklich? Der Linguist Peter Eisenberg meint: Entspannt euch, soooo schlimm ist es nicht!

Geht es um die deutsche Sprache, dann klingt es in der öffentlichen oder medialen Diskussion meist so, als ginge das Abendland schon morgen unter. Und es scheint ja tatsächlich, als würde unsere Sprache langsam aber sicher den Bach runter gehen. Typische Lamentos lauten: Kiezdeutsch, Anglizismen, in Vergessenheit geratene Wörter oder Englisch statt Deutsch als Wissenschaftssprache. Aber ist das wirklich so? Siecht die Sprache Goethes und Schillers, weil wir sie nicht pfleglich behandeln und ihre Infiltration durch plumpe Fremdsprachen nicht nur zulassen, sondern auch noch fördern?

"Das Deutsche hat schon lange die Kraft entwickelt, mit den fremden Bestandteilen produktiv umzugehen."
Peter Eisenberg, Linguist

Der Linguist Peter Eisenberg untersucht die typischen Vorwürfe an unsere Sprache. Vor allem legt er dabei den Fokus auf die Grammatik, das ist sein Spezialgebiet. Sein Fazit: Entspannt euch, soooo schlimm ist es nicht! Warum, das erklärt er anschaulich an Zahlen und Fakten zum Deutschen und anhand von Wort- und Grammatikbeispielen. Viel mehr schadet unserer Sprache das ständige Lamentieren, meint er. Sein Plädoyer:

"Lieben Sie ihre Sprache! Sie haben keine andere – sie kriegen keine andere."
Peter Eisenberg, Linguist

"Alles, auch Hochdeutsch! Wie zukunftsfähig ist unsere Sprache?", so heißt der Vortrag, der heute im Hörsaal läuft, und den Eisenberg am 1. April 2014 auf Einladung der Daimler- und Benz-Stiftung im Rahmen der Reihe "Dialog im Museum" im Mercedes-Benz-Museum gehalten hat.