Eleanor Cattons Debütroman "Die Anatomie des Erwachens" handelt von einer der schwierigsten Phasen im Leben eines Menschen: Dem Erwachsenwerden, der Identitätsfindung, der Entdeckung der Sexualität.

Alles verändert sich, der Körper, die Gefühle, die Wahrnehmung. Nichts scheint in festen Bahnen zu verlaufen, Grenzen dehnen sich aus und ziehen sich wieder zusammen wie Gummi. Lust am eigenen und fremden Körper nimmt immer größeren Raum ein. Und dann ist er da: Der erste Liebhaber.

Wenn das Intime öffentlich wird

Eleanor Catton beschreibt die aufblühende Sexualität der siebzehnjährigen Victoria, ihrer jüngeren Schwester Isolde und ihrer Schulfreundinnen. Alles hat sich verändert und nichts, noch die kleinste Stelle am Körper, ist, wie sie einmal war. Victoria hat eine Affäre mit dem Musiklehrer, der Aufreger für die anderen Mädchen. In der Theaterklasse kommt jemand auf die Idee, die Geschichte auf die Bühne zu bringen. Die Grenze zwischen dem intimen Erlebnis der ersten sexuellen Erfahrungen, der Ängste, der Erotik und der Leidenschaft, verschwimmt. Plötzlich ist das Intime, das Private, öffentlich.

"Die Anatomie des Erwachens" von Eleanor Catton, aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schaden, erschien 2010 im Arche-Verlag und bei btb. Eleanor Catton ist 1985 geboren und wuchs in Christchurch, Neuseeland, auf. Ihr Debütroman "The Rehearsal" erschien 2008. Für ihren zweiten Roman "The Luminaries" wurde sie 2013 als jüngste Schrifstellerin im Alter von 28 Jahren mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet.

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