"Taking Woodstock" heißt der autobiografische Roman von Elliot Tiber. Darin geht es nicht nur um die sexuelle Revolution der 1970er, sondern auch um Elliots eigene, der als schwuler, dicker Jude keine leichte Pubertät hat.

In "Taking Woodstock" von Elliot Tiber geht es natürlich um Liebe, Frieden und um bewusstseinserweiternde Substanzen. In diesem Buch geht es aber auch um Elliots ganz persönliche sexuelle Revolution. Im Sommer 1969 wurde er zwar kein neuer Mensch, war aber endlich in der Lage, sein bisheriges Leben komplett über den Haufen zu schmeißen.

Elliot will gar kein Rabbi werden

Seitdem er denken kann, glaubt Elliot daran - der richtig Eliyahu Teichberg heißt -, verflucht zu sein. Er nennt es den "Teichberg-Fluch". Selbst sein Künstlername Tiber konnte ihn nicht davon befreien. Dieser Flucht ist an allem Schuld. Elliot war schon immer ein Außenseiter - und ist es immer noch. Er ist Jude. Als er vier Jahre alt war, wollte ihn seine strenge und streitsüchtige Mutter in eine jüdische Schule stecken, um ihn zum Rabbi ausbilden zu lassen. Das Problem dabei: Elliot wollte nie Rabbi werden, denn er glaubt nicht an Gott.

Die Nachbarskinder verhöhnen ihn

Juden haben 1940 weltweit keinen guten Stand. Elliot ist dick. Seine Mutter kocht zwar gern, aber immer nur dasselbe - Fett mit Knoblauch nennt Elliot die kulinarischen Kreationen seiner Mutter. Zudem kompensiert Elliot den Frust der Pubertät mit Süßigkeiten, die er bei jeder sich bietenden Gelegenheit in sich hineinstopft.

Elliot ist schwul und schwach

Mit elf hat er das erste Mal so etwas wie Sex - in einem Kino - mit einem gleichaltrigen Jungen. Der fasst ihm in die Hose. Auch wenn Elliot da noch nicht weiß, was los ist, so ahnt er doch, dass es ihm Probleme bereiten würde, wäre es bekannt. Homosexualität ist zu dieser Zeit etwas, das bekämpft wird von Ärzten, von der Polizei, von der Gesellschaft.

Elliot erfindet sich neu

Vom Vater verprügelt, von der Mutter als Dummkopf bezeichnet, von den Nachbarskindern als Jude beschimpft und nur im Verborgenen schwul - Elliot wehrt sich nie. Er nimmt alles hin und leidet. Dabei findet er sich selbst ziemlich widerlich. Das ändert sich erst, als er Kunst studiert und in New York City gut bezahlte Jobs annimmt. Dort trifft er andere Schwule, denn dort gibt es eine Szene. Er findet einen Platz in der Gemeinschaft, fühlt sich dazugehörig, und ab da wird alles anders.