+++ Nepal +++ Deutsche Bank und Kirch +++ Wiederbelebung: Lass krachen +++ eCall - Notrufsystem für Autos +++ DFB-Pokal: letzte Chance für das internationale Geschäft +++ Baltimore +++ #ausderklapse

Sonja Ernst ·

Guten Morgen bei uns - mit Thilo Jahn und Tina Kießling. Die Zahl der Toten in Nepal steigt weiter an. 4000 Opfer soll es geben. Tausende von Verletzte. Und der Streit, wer wann wie gerettet wird, der ist auch schon da. Wir haben später mehr zu Nepal für euch.

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Die Deutsche Bank will nicht nur Personal einsparen, auch die Postbank will man verkaufen. Und jetzt stehen auch noch Manager vor Gericht: der amtierende Co-Chef Jürgen Fitschen und die Ex-Manager Ackermann und Breuer. Es geht noch immer um die Pleite des Medien-Moguls Leo Kirch. In einem Zivilprozess war es um die Frage gegangen, ob die Deutsche Bank Schadensersatz zahlen muss. Und in diesem Prozess sollen Fitschen und Co. gelogen haben. So zumindest die Anklage: Die lautet auf Vorwurf des schweren Betrugs. Der Prozess kommt zu keinem günstigen Zeitpunkt, sagt BR-Reporterin Yvonne Unger.

BR-Reporterin Yvonne Unger über den Prozessbeginn gegen Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen
"Wenn die Vorwürfe des Betrugs stimmen, dann wirft das kein gutes Licht auf die Deutsche Bank, aber auch nicht auf die Finanzwirtschaft. Wem soll man dann noch glauben?"
Sonja Ernst ·

Wer ist unter 30 und einer der coolsten 30 Unternehmer? Zum Beispiel Michelle Phan (Youtuberin und Beauty-Vloggerin). Oder Rob Rhinehart, der nur noch Pulver-Cocktails zu sich nimmt. Die jedenfalls stehen auf einer Liste von inc.com. Auf der 2015er Liste stehen mal wieder die coolsten, pfiffigsten und geschäftstüchtigsten Jungunternehmer. Und Marc Zuckerberg stand auch schon auf der Liste. Außerdem: Die Liste ist eine erste Auswahl. Ihr könnt abstimmen, wer später auf der Spitzenposition stehen soll.

Netzautorin Martina Schulte über 30 Unternehmer unter 30
"Kegan Schouwenburg steht auch auf der Liste. Sie hat ein Unternehmen gegründet, das komfortable, schicke und billige orthopädische Einlagen aus dem 3D-Printer herstellt."
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Die perfekte Kontaktanzeige mit Bild für Hunde, die ein neues Zuhause suchen? Die Tierfotografin Guinnevere Shuster hat eine Lösung gefunden. Und zwar für eine Tierorganisation in Utah, die dringend Weibchen und Frauchen für Hunde sucht.

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Lieber doch nicht helfen? Eine neue Studie sagt, dass bei Herzdruckmassagen häufiger Knochen zu Bruch gehen als angenommen. Aber das ist nicht schlimm. Es sind "nur" Knochen. Deshalb: Auf jeden Fall helfen und womöglich Leben retten. Die Ärzte-Zeitung sagt dazu: Es ist allemal besser, mit gebrochenen Rippen zu überleben, als mit intaktem Brustkorb zu sterben. Aber leider haben viele von uns Angst vor der Reanimation. Auch weil in Deutschland in den Schulen oder am Arbeitsplatz "Erste Hilfe" kein großes Thema ist. Wir wissen gar nicht, wie man richtig hilft. In anderen Ländern läuft das viel besser.

DRadio-Wissen-Redaktion Tina Kießling über Reanimation
"Herzstillstand ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jeder dritte Tod könnte verhindert werden, wenn man schneller eingreifen würde."
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Eigentlich eine gute Sache, sagt Volker Lüdemann von der Uni Osnabrück. Es geht um den eCall. Ab 2018 sollen Neuwagen nur noch mit diesem automatischen Notrufsystem gebaut werden. Heute entscheidet das EU-Parlament darüber und die Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Bei einem Unfall geht beim eCall automatisch per SIM-Karte eine Meldung an die Notruf-Zentrale - eine gute Sache. Aber es gibt zum Beispiel keine Regelung, ob und welche privaten Rettungsdienste kontaktiert werden. Die Frage ist also: Wohin wird der Wagen abgeschleppt? Welcher Hubschrauber wird gerufen und so weiter? Die eCall-Initiative kam von den Herstellern, sagt Lüdemann, um die Autos internetfähig zu machen. Um Sicherheit ging es erst im zweiten Schritt, um die Technik zur Pflicht zu machen.

"Der eCall ist nicht schlecht. Aber er hat auch seine Schattenseiten."
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Was macht ihr heute Abend? Fußball? Könnte spannend werden. Großes DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bayern und Dortmund. Für beide ein wichtiges Spiel, für Dortmund vielleicht noch einen Ticken wichtiger. Denn das ist der letzte Titel, den Dortmund noch holen kann. Sonst sieht es nach verpatzter Saison aus, sagt Philipp May aus der Sportredaktion. Die Champions League hat man ja schon verpasst. Finanziell war das nicht so schlimm, denn Dortmund ist versichert. 2012 hat man eine Risikoversicherung abgeschlossen und das war ziemlich clever.

Philipp May aus der Sportredaktion über Risikoversicherungen im Fußball
"Sich zu versichern hat Dortmund clever gemacht, sagen Versicherungsexperten."
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Am Samstag erschütterte ein Erdbeben Nepal. Unser Korrespondent Jürgen Webermann ist seit gestern in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Der Flughafen ist zum Dreh- und Angelpunkt geworden: Die Menschen wollen raus aus dem Land. Rein ins Land kommen Hilfsgüter und Helfer. Es gibt weiterhin Nachbeben. Hat man Geld, kann man sich in der Notsituation eine Vorzugsbehandlung erkaufen, sagt Jürgen. Das ist traurig, aber in einem so armen Land auch nicht überraschend.

Ein Mann weint, er ist umgeben von Helfern. Nach dem Erdbeben in Nepal; Bild: dpa
© dpa
Nach dem dramatischen Erdbeben in Nepal geht es jetzt um die Rettung Überlebender. Und die Trauer beginnt.
Korrespondent Jürgen Webermann ist vor Ort in Kathmandu
"Die Nachbeben hören einfach nicht auf. Das geht an die Nerven. Mit jedem Erdstoß bricht Panik aus."
Sonja Ernst ·

Es begann ganz friedlich. 3000 Menschen waren zur Trauerfeier für den 25-jährigen Freddie Gray gekommen. Doch später eskalierte die Situation und in der US-Stadt Baltimore. Es kam es zu schweren Ausschreitungen. Freddie Gray wurde vor zweieinhalb Wochen festgenommen. Später wurde er mit Verletzungen an der Wirbelsäule ins Krankenhaus gebracht, fielt ins Koma und starb. Woher die Verletzungen kommen, das ist unklar. Der Vorwurf ist deshalb, dass Polizeigewalt vertuscht wird.

Ein Mann mit nacktem Oberkörper steht vor Polizisten. Er wird von einem älteren Mann zurückgehalten, in der US-Stadt Baltimore am 27.04.2015; Bild: dpa
© dpa
Gestern Nacht gab es schwere Unruhen in Baltimore. Die Bürgermeisterin hat für nachts eine Ausgangssperre verhängt.
Matthias Wurms aus der Nachrichtenredaktion
"Ich glaube nicht, dass die Proteste einfach aufhören. In Ferguson 2014 gab es wochenlang Unruhen - und das ist eine kleine Stadt. In Baltimore leben 600.000 Menschen. Washington ist nur 60 Kilometer entfernt."
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Verstecken tut er sich nicht! Uwe Hauck erzählt und twittert (@bicyclist) über seine Depressionen. Im Februar hat er sich in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen und twittert seitdem über seine Erlebnisse unter #ausderklapse. Viele rieten ihm dazu, lieber über seine Erkrankung zu schweigen. Aber das wollte er nicht. Und vielen gefällt seine Offenheit: denen in der Klinik und auch auf Twitter gab es viel positives Feedback. Und Uwe will künftig einiges ändern, schreibt er in einem Blog: "Schluss mit Perfektionismus und Schluss mit zu allem ja sagen."

Netzautorin Martina Schulte über #ausderklapse
"Uwe Hauck twittert über seine Arzttermine. Twittert Bilder aus der Maltherapie. Unterhält sich mit seinen Followern. Und er teilt seine Erkenntnisse, die er zurzeit über sich gewinnt."
Sonja Ernst ·

Aus Nepal prasseln die Informationen auf uns ein. Aber es gibt auch einen Mangel an Infos - irgendwie ist alles unsortiert. Genau so ging es auch Patrick Meier nach dem Erdbeben in Haiti 2010. Und er hatte die Idee für Micro Mappers. Damit werden mithilfe von verschiedenen Apps Infos aus den sozialen Netzwerken gebündelt, nach Relevanz sortiert und kartiert. Und es kann jeder mitmachen und helfen.

DRadio Wissen mit dem Best of
Das Beste von heute mit Thilo Jahn und Tina Kießling.
Sonja Ernst ·

So, das war es von uns. Was habe ich heute gelernt? Bei einer Reanimation kann man nicht viel falsch machen, sondern eigentlich nur helfen und Leben retten. Also: Bei Herzstillstand beherzt helfen. Und ich mache mal wieder einen Erste-Hilfe-Kurs. Mal schauen, ob die anderen mit dabei sind. Bis morgen mit Thilo Jahn und Tina Kießling. Wir freuen uns auf euch. Und hier kommt jetzt der Grünstreifen.