+++ Nordkorea: Uno warnt vor Unterernährung +++ Germanwings-Unglück: Wie werden die Angehörigen entschädigt? +++ Sexismus? Wirbel um True-Fruits-Smoothies +++ Alles, was heute wichtig ist! +++

Daniel Stender ·

Guten Morgen! Marlis Schaum am Mikrofon, Anna Kohn ist Reporterin im Studio und hier tippt Daniel Stender. Übrigens, die beiden Damen im Studio hüpfen gerade zu diesem Liedchen hier:

Daniel Stender ·

Brüste am Bundesgerichtshof! Äh... Moment. Wir suchen gerade noch den seriösen Einstieg... Ah. Hier ist er: Heute beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit der Klage einer Frau, der billige Silikonimplantate eingesetzt worden waren. Der TÜV Rheinland hatte sein Gütesiegel auf das Industrie-Silikon gesetzt, obwohl "das Silikon viel zu flüssig war", erklärt Peter Vogt von der medizinischen Hochschule Hannover. Silikon kann im Körper zu Entzündungen führen und "es kann im Körper nicht mehr eingefangen werden." Im Zweifelsfall helfe nur die Entfernung der betroffenen Gewebe. Trotzdem kann es zu Spätfolgen, wie chronischen Krankheiten kommen.

Ein Luftballon, der einer sehr großen weiblichen Brust ähnelt.
Peter Vogt, medizinische Hochschule Hannover
"Ich habe auch Fälle gesehen, wo es nach der Entfernung des Gewebes zu Entzündungen kam, die weit von der Brust entfernt sichtbar waren."
Daniel Stender ·

Eines ist klar: Kein Geld der Welt kann den Angehörigen die Menschen ersetzen, die sie beim Absturz der Germanwings-Maschine im März verloren haben. Trotzdem sind Entschädigungszahlungen wichtig, damit die Angehörigen nicht auch in wirtschaftliche Not geraten. Und die Höhe der Entschädigungen ist auch davon abhängig, aus welchem Land das Opfer kam. "Wir rangieren hier in Deutschland an der untersten Stufe des Entschädigungsrechtes", sagt Christof Wellens - er und seine Kollegen vertreten 30 Angehörige. "In Amerika geht das auch mal in die Millionen." Warum bekommen deutsche Angehörige weniger Geld? In den USA werde eine volle Kompensation der Angehörigen angestrebt, so Wellens.

Ein Hubschrauber kreist über der Absturzstelle der A320 von Germanwings am 24.03.2015.
© dpa
Ein Hubschrauber kreist über der Absturzstelle der A320 von Germanwings am 24.03.2015.
Christof Wellens, Anwalt von Angehörigen der Germanwings-Katastrophe
"Das US-amerikanische Recht knüpft daran an, welche finanzielle Lebensleistung ein Verstorbener noch erbracht hätte. Was er der Familie noch Gutes erbracht hätte."
Daniel Stender ·

Kurzes Nachrichten-Update: Gestern war der griechische Premier Alexis Tsipras in Moskau. Konkrete Ergebnisse hat es bei seinem Treffen mit Wladimir Putin kaum gegeben. "Putin hat Tsipras Kredite in Aussicht gestellt, die den Griechen bei der Finanzierung großer Infrastrukturmaßnahmen helfen könnten", sagt Jakob Vogel aus der Nachrichtenredaktion von DRadio Wissen. Außerdem ging es um russisches Gas und um das Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Produkte. Und sonst? Griechenland muss heute 450 Millionen Euro an den IWF überweisen. #Russendispo, unser Hashtag des gestrigen Tages wurde von der Bild-Zeitung geklaut. So was!

Jakob Vogel, Nachrichtenredaktion DRadio Wissen
"Es gibt viel Aufregung um den Besuch von Tsipras. Und wenige Gründe für diese Aufregung."
Daniel Stender ·

"Hast Du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber totaal lieb ist, ein Date besorgt?" Nee, habe ich noch nicht. Aber um mich geht es ja nicht. Sondern um den Smoothie "Blindverkostung" von True Fruits. Die Firma aus Bonn druckt auf ihre gesunden, oft veganen, manchmal in Baden-Württemberg hergestellten Smoothies immer wieder lustige kleine Texte. Bei "Blindverkostung" war der Text vielleicht zu lustig, denn die Firma vergleicht das Getränk mit einer Frau, die zwar hässlich, aber nett ist. Daher empfehlen sie den Kunden, "das Licht auszuknipsen, damit Du Dich einzig und alleine auf seine inneren Werte konzentrieren kannst."

Sexismus! Lookismus! Diese und andere Vorwürfe wurden dem Unternehmen daraufhin gemacht. True Fruits selbst bezeichnete die Kritiker als "Pseudo Moralapostel Bullshit". Mittlerweile bekommt die Firma Unterstützung. Unter anderem von Pegida Nord Thüringen. Tja.

True Fruits an seine Kritiker
"Ihr Brombeersöhne!"
Daniel Stender ·

Apropos: gesunde Ernährung. Zwischen Taco Bell und Mc Donalds gibt es gerade einen Frühstückskrieg. Denn mit Frühstück lässt sich viel Geld machen und beide Firmen wollen die gleichen Kunden. Zum Beispiel mit Videos wie diesem:

Daniel Stender ·

Zu wenig, zu einseitig: 70 Prozent der Menschen in Nordkorea haben nicht genug zu essen, warnt die Uno. 28 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind chronisch mangelernährt. Und damit nicht genug: Vor Kurzem wurde bekannt, dass das Land schon im Februar die Leiterin der Welthungerhilfe ausgewiesen hat. Hilfsorganisationen sind für die Ernährungssituation in Nordkorea sehr wichtig, trotzdem machen es Kim Jon-un und Co den Helfern nicht gerade leicht. Bernd Göken, Geschäftsführer von Cap Anamur, war 2006 in Nordkorea: "Ich habe noch nie so viele unterernährte Kinder gesehen." Bei einem Besuch fünf Jahre später sei schon eine Lockerung spürbar gewesen, "Ärzte durften die Patienten auch berühren." Doch mit dem Machtantritt von Kim Jong-un sei die Situation für NGOs schlechter geworden: "Wir sind in Gesprächen. Ich bin aber nicht optimistisch, dass das nach unseren Regeln laufen wird."

Bernd Göken, Geschäftsführer von Cap Anamur
"In Nordkorea macht man als ausländischer Helfer nichts alleine. Es sind immer Leute da, die auf einen aufpassen. Selbst Urlauber sind unter ständiger Überwachung."
Daniel Stender ·

Kurzes Nachrichten-Update: IS-Hacker haben in der vergangenen Nacht den französischen Sender TV5Monde lahmgelegt. Statt des üblichen Programms blieb der Bildschirm schwarz, die Internetseite des Senders ist nicht mehr erreichbar und auch die Social Media-Accounts von TV5Monde wurden zeitweise fremdgesteuert. Senderchef Yves Bigot sagt, dass es wahrscheinlich Tage dauert, bis das Programm wieder komplett hergestellt ist.

Daniel Stender ·

In der Ukraine kämpfen Ukrainer. Und Russen. Aber auch Georgier, Weißrussen, Tschetschenen, Deutsche, Franzosen oder Spanier. "Auch ein Schwede wurde identifiziert", sagt Korrespondent Jan Pallokat. Er hat mit den Forschern vom Warschauer Institut für Internationale Beziehungen gesprochen - sie haben untersucht, warum westliche Ausländer auf beiden Seiten des Konflikts mitmischen. Die Ergebnisse sind überraschend: Kämpfer auf beiden Seiten einige der Hass auf die EU, den Liberalismus, den Feminismus, die USA. Bleibt die Frage: Warum kämpfen die überhaupt gegeneinander?! "Krieg ist so ein Männerding", sagt Jan Pallokat. Der einzige Unterschied: "Die einen verehren, die anderen hassen Putin." Viele sind es übrigens nicht: "Vielleicht kämpfen zehn bis zwanzig Deutsche in der Ukraine. Die meisten sind Russlandeutsche."

Ein ukrainischer Soldat sitzt am 08.02.2015 auf seinem Panzer und macht eine Pause.
© dpa
Jan Pallokat, Korrespondent
"Im Kampf erleben sie ein echtes, männliches Leben."
Daniel Stender ·

Der Afroamerikaner Walter Scott wurde am Wochenende von einem US-Polizisten beim Wegrennen in den Rücken geschossen und getötet. Gerade auf Twitter ist die Debatte und die Empörung über die Tat groß. Kein Wunder - denn Twitter wird von schwarzen Bürgerrechtsaktivisten besonders häufig benutzt. Krautreporter Christian Fahrenbach hat die Zahlen zu #BlackTwitter zusammengetragen. "Elf Prozent der schwarzen User schauen täglich bei Twitter vorbei, aber nur drei Prozent der weißen Web-User", erklärt Netzjournalist Andreas Noll. Über Twitter werden die Leute auch mobilisiert, zum Beispiel beim #BlackOutDay. Unter diesem Hashtag haben Schwarze Anfang März schöne Fotos von sich getwittert, "um gegen Klischees zu mobilisieren."

"Kritiker stellen fest, dass #BlackTwitter bei all der Debatte kaum Einfluss auf politische Vorhaben hat."
Daniel Stender ·

Das war der Donnerstag mit uns. Marlis Schaum am Mikrofon, Reporterin war Anna Kohn und Daniel Stender klappt gleich die Tastatur hoch. ... aber nicht, ohne diese positive Nachricht (und dieses sehr positive Foto) mit Euch zu teilen. Vier Wochen lang war der Kater Simba unter einer Badewanne eingemauert. Nun wurde er gefunden - es geht ihm gut. "Ein Wunder, ein Geschenk", sagt die Besitzerin. Schön. So sieht Simba aus: