Multimedia-Projekt Talking Tacheles +++ Monsanto will Syngenta kaufen +++ App Wundercar +++ Bremen hat gewählt +++ Lage in Nepal +++ Merkel in Russland.

Sonja Ernst ·

Was habt ihr eurer Mutter gestern geschenkt? Oder habt ihr etwa gar nicht dran gedacht? Oh, oh...sicherlich findet sich da noch eine Lösung. Wir starten in die neue Woche mit Marlis Schaum und Sebastian Sonntag. Wir freuen uns auf euch.

Sonja Ernst ·

Am 9. Mai hat Russland das Ende des Zweiten Weltkrieges gefeiert. Mit pompöser Waffenschau. Darauf stehen nicht alle Russen. Dennoch ist der Tag für viele ein wichtiger Tag des Erinnerns. Angela Merkel wollte nicht zu den offiziellen Feiern am Samstag. Aber gestern war sie in Moskau und traf Putin. Sie sprach über den Krieg und die Millionen Opfer der Sowjetunion: 27 Millionen Tote nämlich. Aber es ging auch um die Ukraine und die nach wie vor schlechten Beziehungen zwischen Moskau und Berlin zurzeit. ARD-Korrespondent Markus Sambale war in Moskau dabei.

Vladimir Putin geht auf Angela Merkel zu und reicht ihr die Hand. Merkel streckt ihm ihre Hand entgegen, hat aber einen mürrischen Gesichtsausdruck, 10. Mai, bei einem Treffen in Moskau; Bild: dpa
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Ok, dann geben wir uns die Hand. Merkel wollte nicht am Samstag nach Moskau. Da feierte das Land 70 Jahre Kriegsende. Aber gestern war sie da.
Markus Sambale, ARD-Korrespondent in Moskau über Merkels Besuch in Moskau
"Die Waffenruhe in der Ukraine ist weiterhin brüchig."
Sonja Ernst ·

Wo schaut ihr Videos: Youtube oder Facebook? Anscheinend schauen wir alle immer häufiger Videos auf Facebook. Denn Facebook hat es geschafft, die Zahl der geklickten Videos in einem halben Jahr von einer auf vier Milliarden Videos pro Tag zu steigern. Ordentlich! Youtube liegt da vermutlich drüber (aktuelle Klick-Zahlen gibt es nicht), aber eine erstaunliche Aufholjagd. Und Facebook hat den Vorteil, das sich Freunde gegenseitig Videos empfehlen können. Das kann Youtube nicht. Netz-Autor Konstantin Zurawski sieht Facebook ganz langfristig vorne.

Netz-Autor Konstantin Zurawski über die Videobattle zwischen Youtube und Facebook
"Man muss sagen: Facebook wird Youtube ähnlicher, aber nicht umgekehrt."
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Bremen hat gewählt. Wirklich? Nur 50 Prozent sind gestern wählen gegangen. Das waren in West-Deutschland noch nie so wenig. Die eine Hälfte, die wählen gegangen ist, hat vor allem wieder SPD gewählt. Wenn auch mit Verlusten: 33 Prozent gab es - ein Minus von fünf Prozent. Rot-Grün kann aber vermutlich weiterregieren - mit einer knappen Mehrheit. Die FDP feiert hingegen: Die Liberalen sind wieder in der Bremer Bürgerschaft. Und die AfD hat es anscheinend auch geschafft. Aber der große "Wahlsieger" sind eigentlich die Nichtwähler.

Raphael Krämer aus der Nachrichtenredaktion über die Bremen-Wahl
"Die Parteien müssen sich ernsthaft Sorgen machen, warum so wenig Menschen wählen gehen."
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In Budapest, Prag und Warschau läuft die App Wundercar super. Die wurde von einem deutschen Start-up programmiert. Mit Wundercar können sich Menschen untereinander finden: nämlich Autofahrer und Mitfahrer. Erinnert an die gute alte Mitfahrzentrale. Und funktioniert nochmal anders als Uber-Pop. Denn bei Wundercar geht es nicht darum, richtig als Fahrer einzusteigen. Was in Osteuropa läuft, wurde in Hamburg verboten. Es geht um das liebe Geld: Denn was passiert mit den Gewinnen? Und um wie viel Geld geht es?

Gunnar Froh, Geschäftsführer der Firma Wundercar, sitzt in einem Büro auf einem Bobby-Car, ein brauner Hund sitzt neben ihm; Bild: dpa
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So sieht er aus: Gunnar Froh. Und so sieht sein Hund aus...Gunnar ist der Geschäftsführer von Wundercar.
DRadio Wissen-Redakteur Sebastian Sonntag über die App Wundercar
"Eine Lösung für Wundercar könnte sein, dass mit der App nur ein gewisser Betrag zu verdienen ist."
Sonja Ernst ·

Acht Meinungen, acht Leute. Bei "Talking Tacheles" sprechen Menschen über Deutschland, Israel und den Nahen Osten. Es geht nicht allein um die große Politik. Niklas, Lary, Chaya und die anderen reden über Liebe, Heimat und ihren Alltag. Und sie haben alle sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht und haben kontroverse Meinungen. Und das ist gewollt: Beim ARD-Multimedia-Projekt soll diskutiert werden. Torsten Teichmann, ARD-Korrespondent in Tel Aviv, hat die acht Leute mit ausgewählt. Und ihr könnt auch über Talking Tacheles diskutieren - auf Facebook.

Torsten Teichmann, ARD-Korrespondent in Tel Aviv über "Talking Tacheles"
"Es geht hier um sehr nahe Themen: Heimat, Familie, Verliebtsein. Und dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen."
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Monopol will Monopol schlucken. Monsanto ist schon der größte Saatgut-Hersteller der Welt. Jetzt will der Agro-Konzern Syngenta kaufen. Das Schweizer Unternehmen ist der größte Hersteller von Pestiziden. 45 Milliarden US-Dollar hat Monsanto geboten - Syngenta wehrt sich noch. Christoph Then koordiniert das internationale Bündnis "Keine Patente auf Saatgut" und kämpft gegen solch eine Mega-Fusion. Die beiden Konzerne hätte gemeinsam eine viel zu große Kontrolle der Märkte. Sie könnten die Preise bestimmen, auch was im Supermarkt an Obst und Gemüse landet. Und beide Konzerne besitzen zahlreiche Patente. Werfen sie diese zusammen, gehe Vielfalt verloren.

Christoph Then, Koordinator des internationalen Bündnisses "Keine Patente auf Saatgut" über "Mongenta"
"Wir sehen bei der Politik wenig Gegenwehr. Und ganz wenig politisches Interesse. Wir hoffen, dass die deutsche Bundesregierung jetzt initiativ wird."
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In Holland wird natürlich auch der Muttertag gefeiert. Claro. Und sogar auf dem Fußballfeld. Die Profi-Spieler von Ajax Amsterdam sind vor dem Spiel mit ihren Müttern in das Stadion eingelaufen. Und Trainerlegende Louis van Gaal kommentiert analytisch wie gewohnt: "Ich habe gesehen, es sind auch viele Frauen hier, so auch viele Mutti. Ein dicke Kuss von der Trainer von der Meister."

Ajax-Spieler Niklas Moisander steht im Stadion und küsst seine Mutter; Aktion des Fußballvereins zum Muttertag; Bild: dpa
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Na, hoffentlich nicht nur Küsschen am Muttertag. Ajax-Spieler Niklas Moisander mit seiner Mama.
Sonja Ernst ·

Zwei Wochen ist es her als ein Erdbeben Nepal erschütterte. Die Verteilung von Gütern und Lebensmitteln funktioniert zwar immer besser, sagt ARD-Korrespondentin Sandra Petersmann. Aber die Not bleibt riesig. Nepal ist ein extrem bergiges Land. Auch Helikopter können nur bedingt helfen: Manche Gegenden sind tatsächlich nur zu Fuß erreichbar. Aber auch in solchen Gegenden leben Menschen. Im Moment sind 1,5 Millionen Menschen abhängig von Lebensmittelhilfe. Und die Probleme werden teils noch größer: Denn jetzt beginnt eigentlich der Reisanbau. Aber wie soll das möglich sein?

Frauen stehen in einer langen Schlange für Lebensmittel an. Viele halten Teller in der Hand. 8. Mai 2015 nach dem Erdbeben in Nepal; Bild: dpa
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Es heißt anstehen. In Nepal fehlt es an Lebensmitteln, aber auch die Verteilung ist schwierig.
ARD-Korrespondentin Sandra Petersmann über Nepal
"'Es gibt immer noch Gegenden in Nepal, in denen die Menschen bis heute keine Hilfe erhalten haben."
Sonja Ernst ·

In Cannes wird der rote Teppich ausgerollt. Am Mittwoch startet das Filmfestival. Dann gibt es wieder viele Filme, viele Stars, viel Glamour. Aber: Es gibt keine Selfies vom roten Teppich. Das zumindest will der Direktor des Filmfestivals Thierry Fremaux. Der hasst Selfies ganz generell: "Ihr seht nie so hässlich aus wie auf einem Selfie." Verbieten kann er es natürlich nicht, aber er kann schon einmal rumstänkern. Und Marlis? Sie hat 2014 noch die Chance für ein Selfie genutzt.

Marlis Schaum vor einem roten Teppich. Cannes, 2014.
© Marlis Schaum | DRadio Wissen
Ihr müsst es uns einfach glauben: Der rote Teppich da im Hintergrund ist der rote Teppich von Cannes. Und Marlis war dort.
DRadio Wissen mit dem Best of Schaum oder Haase
Das Beste von heute mit Marlis Schaum und Sebastian Sonntag.
Sonja Ernst ·

Also, langsam solltet ihr alle mitbekommen haben, dass gestern Muttertag war. Und wer noch kein Geschenk hat, dann haben wir noch eine Idee. Mamas freuen sich auch nachträglich. Morgen hört ihr wieder Marlis Schaum und Sebastian Sonntag. Schönen Sommertag euch! Vielleicht wird es ja wirklich so warm wie versprochen.