ESA-Mission Rosetta funkt Philae an +++ Inlandsflüge von Ryanair +++ Datensicherheit: Regeln für deutsche Politiker +++ Blueprint for a Revolution +++ Reparationsforderungen Griechenlands +++ EU-Datenschutzverordnung

Sonja Ernst ·

Guten Morgen! Müdigkeit ist ein eindeutiges Gefühl. Fett aber nicht. Das hat auch Facebook verstanden und das "fett" Emoticon gelöscht. Wir starten jetzt hier. Mit an Bord Till Haase und Tina Kießling. Los geht's.

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Die "Macht des Volkes" - darauf setzt Srđa Popović. Er verdient mit dem Machen von Revolutionen sein Geld und gibt Tipps, wie man Diktatoren stürzen kann. Dafür hat er Canvas gegründet, das Centre for Applied Nonviolent Action and Strategies. Popović setzt also auf Gewaltlosigkeit und auf Humor: seine Waffe ist Laughtivism. Dann braucht man eine Marke und man sucht sich die Schwächen des Feindes, des Diktators.

Tina Kießling über Srđa Popović und wie man einen Diktatoren stürzt
"Srđa Popović sagt, es gibt zwei Dinge, die ihn inspirieren: die Hobbits und Monty Python."
Sonja Ernst ·

Über die europäische Datenschutzgrundverordnung wird derzeit im EU-Ministerrat heiß diskutiert. Und jedes Land hat dabei seine eigenen Interessen. Die Initiative Lobbyplag hat 11.000 Dokument-Seiten aus den Verhandlungen des Ministerrats ausgewertet. Und die machen deutlich, dass die Reformen verwässert werden - und zwar unter anderem von den Deutschen. Die wollen den Datenschutz eher lockern und die Rechte der Bürger kaum stärken.

Damit führen wir die Datenschutz-Weichspülerliste klar an, sagt Netzautorin Martina Schulte. Dahinter stecken wohl auch Wirtschaftslobbyisten, die sich mit der Politik ganz wunderbar verstehen.

Netzautorin Martina Schulte über die Diskussion um die Datenschutzgrundverordnung
"Die europäische Datenschutz-Verordnung ist absolut wichtig. Hier wird gerade der Datenschutz der nächsten Jahrzehnte definiert."
Sonja Ernst ·

Kampfansage von Ryanair. Die Fluggesellschaft will Inlandsflüge anbieten. Ab Herbst geht es vier Mal am Tag von Köln-Bonn nach Berlin-Schönefeld. Das ist der Anfang. Kosten: ab 25 Euro, wenn ihr frühzeitig bucht. Ryanair will auch weg vom miesen Image, sagt Luftfahrtexperte Cord Schellenberg. Mehr Service soll es geben. Und die Gesellschaft wolle bei den Inlandsflügen mitmischen - auch Lufthansa mit dem Tochterunternehmen Eurowings bietet günstige Angebote an.

Luftfahrtexperte Cord Schellenberg über Ryanair und den Markt der Inlandsflüge
"Ryanair war ja bislang: Flug buchen und Schnabel halten. Von diesem Image will man weg und durch Service glänzen."
Sonja Ernst ·

Hillary Clinton will vielleicht US-Präsidentin werden. Doch sie hat sich ein Ei gelegt: Sie hat als Außenministerin ihre Mails, auch die dienstlichen, über einen privaten Mail-Account verschickt. Aber wie sieht das eigentlich in Deutschland aus? Auch hier gelten Regeln, vor allem wenn es um Dinge geht, die unter Geheimschutzregeln stehen, sagt Sandro Gaycken, Cyber-Sicherheits-Experte an der ESMT (European School of Management and Technology).

Auch in Deutschland müssen dienstliche und private Mails auseinander gehalten werden müssen. Das wird in der Praxis Pi mal Daumen gehandelt, sagt Sandro Gaycken. Und dann gibt es noch das Krypto-Handy, das wohl niemand so richtig haben will. In der Bedienung umständlich und teils mit schlechter Verbindungsqualität. Hier fehlen bessere technische Lösungen.

Hillary Clinton steht vor einer großen Runde von Journalisten und redet; Bild: dpa
© dpa
Da kamen richtig viele Journalisten. Eigentlich wollte Hillary Clinton vor der UN über Frauenrechte sprechen. Aber sie sprach zur clintonemail.com. Diesen privaten Account nutzte sie statt ihrem offiziellen.
"Beim Thema Datensicherheit ist die Technik gefragt, deutliche bessere und nutzbare Technik zu entwickeln. Aber das machen die nicht."
Sonja Ernst ·

"Wir brauchen Geduld", sagt Kometenforscher Ekkehard Kührt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Nicht nur er wartet auf ein Signal von Philae. Das Landegerät war im November auf dem Kometen Tschuri gelandet. Und dann? Keine Kommunikation mehr. Ab heute wird er angefunkt. Denn der Komet fliegt näher an die Sonne ran und Philae kann seine Batterien auftanken. Aber: Wir brauchen viel Geduld. Es kann Wochen und auch Monate dauern bis Philae antwortet.

Illustration des Landeroboters
© dpa
Philae, wo bist du? Der Landeroboter war im November auf dem Planeten Tschuri gelandet und in den Winterschlaf verfallen. Nun soll Philae aufgeweckt werden.
Kometenforscher Ekkehard Kührt über Philae und die Mission Rosetta
"Dass Philae noch in einem guten Zustand ist, dafür stehen die Chancen 50 zu 50."
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Griechenlands Regierung will deutsche Immobilien pfänden und zwar als Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Nämlich als Ausgleich für NS-Verbrechen. Zu pfänden gebe es zum Beispiel das Goethe-Institut in Athen oder die deutsche Schule in Thessaloniki.

Die Forderung nach Wiedergutmachung sind nicht neu, sagt der ARD-Korrespondent Thomas Bormann. Auch gibt es einen Kredit, den sich die Nationalsozialisten von Athen "geborgt" hatten. Dieser Kredit ist tatsächlich noch offen. Doch die Regierung in Athen vermische diese Forderungen mit der aktuellen Wirtschaftskrise und dem Ärger auf Berlin.

Thomas Bormann, ARD-Korrespondent über die Reparationsforderungen Griechenlands
"Die Stimmung zwischen Berlin und Athen ist furchtbar aufgeheizt. Da ist es umso schwerer, sich in der heiklen Frage der Reparationszahlungen zusammenzusetzen."
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Es gibt Neues von The Intercept. Auf der Enthüllungsplattform wurden wieder Snowden-Dokumente veröffentlicht. Die sollen belegen, dass die CIA schon seit Jahren versucht, die Verschlüsselung von Apple- und Microsoft-Geräten zu knacken. The Intercept spricht sogar von Spionage-Parties, um sich über Methoden zum Knacken auszutauschen. Erinnert irgendwie an Tupper-Parties.

Sicherheitsexperten werfen Intercept aber auch vor, Aktivismus statt Journalismus zu machen. Die Snowden-Dokumente seien echt, aber welche Tricks es wirklich gab oder welche Tricks geklappt haben, sei unklar.

Netzautorin Martina Schulte über Spionage-Parties der CIA
"Die Atmosphäre zwischen IT-Unternehmen und der amerikanischen Regierung ist mittlerweile eisig."
Sonja Ernst ·

Willkommenszentren für Flüchtlinge, darüber sprechen heute die Innenminister der Europäischen Union. Flüchtlinge sollen noch in Nordafrika ihren Asylantrag stellen. Klingt gut, denn damit müssen Flüchtlinge nicht mehr die riskante Flucht nach Europa auf sich nehmen. Hinter den Plänen der EU steckt auch die Absicht, Menschen gar nicht mehr bis nach Europa kommen zu lassen. Die Kritik von Flüchtlingsorganisationen ist da auch eindeutig: Willkommenszentren seien ein vorgezogener Grenzwall. Und auch Bundesjustizminister Heiko Maas sieht die Zentren kritisch. Denn die Frage ist, ob man in den Zentren dieselben Standards bei einem Asylverfahren garantieren kann. Und das ist entscheidend: Jeder hat das Recht auf ein faires Asylverfahren.

Flüchtlinge sitzen in einem Boot auf dem Mittelmeer. Sie wurden gerettet und sitzen in einem Boot der Sicherheitskräfte; Bild: dpa
© dpa
Immer wieder riskieren Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ihr Leben. Nach Schätzungen internationaler Organisationen ertranken in den vergangenen 15 Jahren alleine im Mittelmeer mindestens 20.000 Menschen. Die Dunkelziffer ist unklar.
Jakob Vogel aus den Nachrichten über geplante "Willkommenszentren" für Flüchtlinge
"Flüchtlingsorganisationen sagen, dass solche 'Willkommenszentren' das Asylrecht in Europa aushebeln."
DRadio Wissen, das Beste of Schaum oder Haase
"Und hier noch das Best of Haase."
Sonja Ernst ·

Wir hoffen, der Morgen mit uns war spannender als das Bayern-Spiel gestern Abend. 7:0 gegen den ukrainischen Klub Schachtjor Donezk. Glückwunsch nochmal! Wir wünschen euch einen schönen Tag, genießt den Frühling. Bei DRadio Wissen kommt jetzt der Grünstreifen mit Inga Hinnenkamp.