Nordkorea hat - vorsichtig formuliert - nicht den besten Ruf. Eine schwedische Werbeagentur will der Diktatur deshalb komplett kostenlos zu einem neuen Image verhelfen. Es gibt allerdings eine Bedingung.

Immer nur etablierten Marken ein neues Image verpassen? Zu einfach, dachte sich die schwedische Werbeagentur "Snask". Wieso nicht mal einem Land mit schlechtem Ruf ein komplettes Makeover verpassen?! Die Herausforderung: Nordkorea. Ein Land, komplett abgeschottet von der Welt, mit Diktator an der Spitze - perfekt für einen neuen Ruf.

Liebe als oberste Priorität

"Snask"-Kreativdirektor Fredrik Öst und sein Team haben für das Magazin "Icon" also die Kampagne "Love is Korea" entworfen. Aus "Nord-Korea" wird "Love-Korea". Ein Name, der Freude kommuniziert, Optimismus und natürlich: Liebe. Also so ziemlich das Gegenteil zu den gängigen Klischees, die einem spontan zu der Diktatur einfallen.

Neben neuem Namen hat die Agentur Nordkorea auch ein komplett neues Design verpasst. Die Nationalfarben Rot, Weiß und Blau bleiben zwar bestehen, aber auf der Flagge ist jetzt ein Herz zu sehen. Es gibt Visitenkarten, eine neue Währung, Postkarten und sogar Hemdknöpfe - alles im neuen, freundlichen Liebeslook.

Das alles, sagt die Agentur, kann Nordkorea kostenlos haben. Es gibt nur eine Bedingung: Nordkorea muss sich in eine Demokratie verwandeln.

"Beweist der Welt, dass ihr eine freie Demokratie seid und wir helfen euch, diese neue Identität zu verwirklichen."
Die Werbeagentur "Snask" über die Bedingungen für den kostenlosen Imagewandel

Hinter der auf den ersten Blick witzigen PR-Nummer steckt also tatsächlich eine ernste Absicht. "Wir wollten uns über niemanden lustig machen", sagt Fredrik Öst. Außerdem sei man sich natürlich im Klaren, dass eine Werbekampagne nicht einfach eine Demokratie aus Nordkorea machen könne. Aber Diskussionen anstoßen - das gehe auch im Kleinen.

"Wir wollten zeigen, dass man auch mit Design auf Probleme aufmerksam machen und Themen ansprechen kann."
"Snask"-Gründer Fredrik Öst

Ob Nordkorea über das Angebot von "Snask" nachdenkt, darüber ist bisher allerdings nichts bekannt.