Drei Zentimeter in acht Stunden - so schnell wächst eine Maispflanze. US-Forschern ist es gelungen dem Mais beim Wachsen zuzuhören. Daraus scheinen sie eine Theorie entwickelt zu haben, wie das Wachstum tatsächlich funktioniert.

Mais ist ein Süßgras. Mit hochempfindlichen Mikrofonen ist es US-Forschern gelungen, dieses Gras beim Wachsen zu belauschen. Das Geräusch klingt wie ein leises Brutzeln, ein wenig so, wie wenn man Gemüse oder Pommes in Frittieröl bäckt. Die Wissenschaftler vergleichen diesen Sound mit dem Klang, den ein brechender Maisstängel von sich gibt. Daraus haben sie scheinbar die Theorie entwickelt, dass Wachstum eine Abfolge von minimalen Rissen des Halmes ist, die ohne Unterlass repariert werden.

"Die Forscher sagen, dass Wachsen klingt so ähnlich, wie wenn der Stängel vom Mais bricht. Wenn Material bricht, dann entlädt sich dabei Spannung, ähnlich wie bei einem Mini-Erdbeben."
Anne Tepper, Wissensnachrichten
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Gras wächst ähnlich, wie ein menschlicher Muskel

Auch beim Menschen geht man davon aus, dass Muskeln so wachsen. Wir trainieren mit Gewichten im Fitnesscenter, in den Muskeln bilden sich Mini-Risse und die repariert der Körper - dadurch wächst der Muskel und wir werden stärker.

Starker Wind bricht Maisstängel

Mais ist das wichtigste Getreide in den USA - jedes Jahr werden 350 Millionen Tonnen geerntet. Aber ein großes Problem für die Landwirte ist, dass Maisstängel bei starkem Wind oft brechen. Dafür wollten die Biomechaniker eine Lösung finden.

Eine weitere Erkenntnis: Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Blätter den Mais während des Wachstums stabilisieren. Das hatten sie so nicht erwartet. Die Forscher wollen jetzt prüfen, ob man nicht Sorten züchten könnte, die besonders robuste Blätter haben, um den Stängel besser gegen den Wind zu schützen.